Glückwünsche an Marcel zum Blog der Woche!

Hola Marcel

Super, ich freue mich für deinen Erfolg. Ich weiß wie viel Arbeit du dir machst, habe mir in früheren Jahren selber für die schwulen Bewegung gewaltig den Arsch aufgerissen. Im Ortsverein und Landesverband, für Gleichberechtigung und Homoehe, für damals noch AIDS-Prävention und Zeitung machen usw.
Ich habe damals festgestellt, wenn man nichts macht passiert auch nichts. Und dass gilt immer.
Irgendwann war ich ausgepowert – frustriert, weil nur wenige den Sinn der schwulen Bewegung verstanden – genervt von denen, die immer nur Party wollten ohne mal selber was zu machen – es hat mich angekotzt das für schwule Veranstaltungen (CSD, Partys) gewerbsmäßige Agenturen bezahlt werden. Die Bewegung wurde verkomerzialisiert. Vielleicht geht es nur noch so, weil die Ansprüche immer höher werden; vielleicht steigen die Ansprüche aber auch gerade deswegen.
Ich habe resigniert, leider viel zu lang. Und meine Arbeitszeiten lassen mir leider auch nicht mehr so viel Spielraum wie früher oder ist das nur eine Ausrede…
Nun bin ich nicht nur schwul sondern auch (jetzt offen) positiv. Vielleicht ist das auch gut so. Vielleicht habe ich genau diesen Anstoß gebraucht um wieder aktiv zu werden, Vielleicht hat bringt das Negative ja etwas Positives hervor.
Mir war eigentlich schon immer egal, was andere über mich gedacht haben. Provokant war ich schon in der Schule. Warum sollte ich mich heute als positiver anpassen und verstecken?
Ich gebe es zu, Marcel hat mich aus meinem Dornröschenschlaf geweckt. Ich bin ihm dafür sehr dankbar.
Eins habe ich gelernt, Verbände haben vielleicht mehr Macht, aber sie sind viel durch Strukturen und Beschlüsse viel zu träge um auf aktuelle Themen schnell zu reagieren.
Komme ich aus einer anarchistischen Bewegung, habe aber gelernt dass nur mit Anarchie nichts zu gewinnen ist. Selbst bei Anarchisten gibt es hierarchische Strukturen, die der Anarchie selber widersprechen. Frei von Strukturen und Zwängen sind nur „Einzelkämpfer“.
Ich will mich nicht mehr in irgendwelche Dinge rein pressen lassen, das soll aber auch nicht bedeuten, dass ich keinen Rat suche, wenn er nötig ist.
Ich bin mir aber auch bewusst, dass ich bei der einen oder anderen Gruppierung gewaltig anecken werde. Ich werde das gerne tun um ohne Einschränkungen und falsche Rücksicht auf andere agieren zu können.

Liebe Grüße
Diego

Link: http://marceldams.blog.de

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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