Unerkannte HIV-Infektion

Kurz vor der Welt-Aids-Konferenz in Wien das 25-30% der HIV-positiven nicht getestet sind. Das bedeutet. Deutschland hat ca. 60.000 HIV positive, das sind schätzungsweise 15.000 bis 18.000 Menschen in Deutschland die von ihrer HIV-Infektion nichts wissen. Bei vielen wird eine Diagnose erst dann gemacht, wenn sie mit schweren Opportunistischen-Erkrankungen (Lungenentzündung, Tuberkulose, Hirnschäden, Augenerkrankungen bis zur Erblindung o.a.) zum Arzt gehen. Dann ist das Immunsystem aber schon so stark geschädigt, das diese Patienten von den Behandlungsmöglichkeiten oft nur eingeschränkt profitieren können. Aber auch andere Erkrankungen können ihre Schäden hinterlassen. Das Immunsystem erholt sich wesentlich schlechter.
Eine frühe Diagnose ist aber auch ein Schutz für Sexualpartner. Es ist erwiesen, das bei einer bekannten HIV-Infektion die Bereitschaft steigt, den Partner durch Safer-Sex zu schützen. Dazu kommt, wenn die Virenlast durch eine erfolgreiche Therapie, ½ Jahr unter der Nachweisgrenze ist, keine anderen Geschlechtskrankheiten (STD) und Verletzungen vorliegen eine Infektion des Partners sehr gering ist. Nach EKAF soll es auch ohne Kondom sicher sein aber eine neuere afrikanische Studie ist da etwas vorsichtiger. *)
Es gibt daher immer wieder Testkampagnen der Aids-Hilfen. Und ich kann nur dazu raten: Lasst euch testen.
Nur wer früh genug behandelt wird kann aus eine Anti-Retroviralen-Therapie (ART) den vollen Nutzen ziehen.
Es kann euch niemand zu einem Test zwingen und vor einem Test sollte man sich auch über die Folgen bewusst sein. Viele Versicherungen kann man als positiver z.B. nicht mehr abschließen, oder wenn doch nur unter erheblich schlechteren Bedingungen. Ein Arbeitgeber darf aber bei neu Einstellungen nicht nach dem HIV-Status fragen. In einem Vorgespräch zu einem HIV-Test sollte man sich vorher über mögliche Nachteile informieren.

*) Bei der EKAF-Studie wurden 393 heterosexuelle Paare über 14 Jahre beobachtet. In der Zeit gab es keine Infektion im Vergleich bei Paaren ohne ART lag die Infektionsrate bei 8,6%. In der Afrikanischenstudie waren 2.284 Paare für 2 Jahre beteiligt. Bei den Therapierten gab es eine Neuinfektion. Die EKAF-Studie solle heterosexuellen Paaren mit Kinderwunsch die Angst vor eine natürlichen Zeugung nehmen.
Quellen:
http://blog.aidshilfe.de/2010/07/15/viele-menschen-wissen-nicht-dass-sie-hiv-infiziert-sind/
http://www.saez.ch/pdf_d/2008/2008-05/2008-05-089.PDF
http://www.hivandmore.de/archiv/2010-1/hiv1_10_kongrcroi.pdf S. 2 ?Transmission unter Therapie sehr selten?

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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