Gedanken zu Röslers diskriminierungsfreien Umang mit Aids

Rösler fordert „diskriminierungsfreien“ Umgang mit Aids
(AFP)
Berlin — Das Leben von HIV-Positiven steht im Mittelpunkt einer neuen Anti-Aids-Kampagne, die Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) heute in Berlin startete. Rösler plädierte für einen „offenen und diskriminierungsfreien Umgang mit der Thematik HIV und Aids“. Mit 3000 HIV-Neuinfektionen pro Jahr habe Deutschland eine der niedrigsten Raten in Europa. Um die Zahl weiter zu senken, seien die „Solidarität und Aufmerksamkeit aller“ notwendig, sagte Rösler.
In der Kampagne unter dem Motto „Positiv zusammen leben – aber sicher!“ geben HIV-positive Menschen Einblick in ihr Leben und berichten von ihren alltäglichen Erfahrungen. „Aids ist keine lebensbedrohliche, sondern eine chronische Erkrankung geworden, aber sie wird zunehmend im Gesellschaftsbild unsichtbar“, sagte Rösler. Ziel der Kampagne soll es sein, Stigmatisierung und Diskriminierung abzubauen und eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung über HIV und Aids zu initiieren.
Besonders am Arbeitsplatz sei die Angst vor Mobbing oder einem Karriereende groß, sagte Silke Klumb, Geschäftsführerin der Deutschen Aids-Hilfe. „Dabei zeigt unsere Erfahrung, dass HIV-Positive im Schnitt genauso leistungsfähig sind wie ihre Kolleginnen und Kollegen.“ Etwa zwei Drittel der HIV-Positiven in Deutschland arbeiten ihr zufolge. Klumb forderte die Unternehmen auf, mit klaren Regelungen die Diskriminierung von Menschen mit HIV und Aids abzubauen.
Auf der Internetseite schildern von HIV betroffene ihre Lebenssituation. Internetnutzer können eigene Videos hochladen oder in Foren über die drei Themenschwerpunkte „HIV und Arbeitswelt“, „HIV und Freundschaft“ und „Einschränkung durch HIV“ diskutieren. Die Kampagne wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit, der Deutschen Aids-Hilfe und der Deutschen Aids-Stiftung organisiert und ist auf mehrere Jahre angelegt.

Diese Zeilen habe ich heute hier gelesen: http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jo6h8o1wIErpUmUylimYDixgnEyQ?docId=CNG.8c1e97c40385fd09cd1bd917d687a26c.141

Ein netter Ansatz durch Herrn Rösler, wirklich nett. Wenn denn die Parteien auch daran wirklich mitwirken. Besonders die FDP hat ja die Antidiskriminierungs-Gesetzte nicht gerade begrüßt. War es nicht die FDP die ein solches Gesetz gar nicht wollte? Und dann diese Töne von Herrn Rösler, welch ein Fortschritt. Wird die FDP nun endlich ein Antidiskriminierungs-Gesetz für chronisch Kranke wie HIV-Infizierte fordern. Allein mir fehlt der Glaube. Aber Herr Rösler wünscht, dass sich HIV-Infizierte im Netz öffentlich Outen, und das ohne ihnen den nötigen Schutz zu zu sichern. Wie ich finde eine wirkliche Glanzleistung. Aplaus, Aplaus für Herrn Rösler.
Ich bin schon der Überzeugung dass wir Positiven mehr erreichen können wenn wir zeigen dass wie viele sind, wenn wir uns nicht verstecken. Aber ich verstehe es auch wenn die meisten lieber Versteckt eben weil die Realitäten auch von Staatwegen nicht Diskriminierungsfrei sind.

Hat Herr Rösler nicht gerade erst auch mit seiner Gesundheitspolitik das Gegenteil bewiesen. Macht er chronisch Kranken und damit auch HIV- und Aids-Patienten durch seine geplante Gesundheitsreform das Leben nicht wesentlich schwerer? Ist das allein nicht schon Diskriminierend? So verkommen seine Worte zu HIV und Aids zu leeren Phrasen. Herrn Röslers Gedächtnis scheint in diesem Punkt unter Amnesie zu leiden. Anders lässt sich das nicht erklären. An den Kranken Sparen um der Pharmaindustrie ihre in allem Überhöhten Preise zu lassen, das ist eine wirkliche Glanzleistung. Würde sich der Herr Rösler mal an seine Versprechen erinnern das gerade auch die Medikamentenpreise sinken müssen. Ach ja da war die Sache mit der Amnesie was noch gleich haben die Lobbyisten versprochen? Aplaus, Aplaus für Herrn Rösler.

Die niedrigen Neufinfektionen in unserem Staat hat das Land sicherlich nicht der Politik der FDP zu verdanken, sondern alten Einrichtungen wie die Aids-Hilfen und die BzgA sowie jenen Menschen die immer wieder ehrenamtlich Präventionsarbeit leisten. Auch solchen Menschen die offen als Positive leben und Aufklären, und sich so täglich der Gefahr der Diskriminierung aussetzen. Ich habe für mich bereits den Anfang gemacht und schreibe regelmäßig in meinem Blog über HIV mein HIV so wie einige andere auch bin ich mir bewusst, dass das nicht überall gut ankommt. Ich habe meine Berührungsängste bereits anfangs der 80er überwunden und wusste fas immer auf was ich mich einlasse. Aber wie viele werden auch heute noch stehen gelassen wenn sie einem potentiellem Sexualpartner sage das sie HIV-Positiv sind. Aber das ist das, was deutsche Gericht immer wieder von Positiven verlangen, wenn sie Personen wegen ihres HIV-Status verurteilen. Auch wenn sie aus medizinischer Sicht gar nicht infektiös sind, wie gerade erst wieder in einer Schadensersatzklage bewiesen wurde. Aber gerade auch Herrn Röslers Ministerium sperrt sich dagegen die EKAF-Empfehlung offen anzuerkennen und verweist da lieber auf die Gesellschaften und Sachverständigen. Eine wirklich diskriminierungsfreie Anbahnung einer Partnerschaft ist nur möglich wenn auch die Pflicht seinen Partner zu schützen geteilt wird. Auch der vermeintlich Negative hat die Pflicht sich selbst und seinen Partner zu schützen. Wenn man per Rechtsprechung alle Last dem Positiven aufbürdet, fängt die Diskriminierung bereits in der Rechtsprechung an.
Ich bin mir nicht sicher, was den plötzlichen Gesinnungswandel bei Herrn Rösler verursacht hat. Ist es nahende Welt-Aids-Tag oder will er von seinem Versagen in der Gesundheitspolitik ablenken oder was gibt es noch für einen Grund?

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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