Neue Laborwerte geben Grund zu Freude

Ich habe gestern mit meinem Arzt telefoniert. Mein Therapieziel ist erreicht.
Das heißt, die Virenlast lag am 26. November bei 40 (alt 135) Virenkopien je ml Blut. Alles darunter ist die Nachweisgrenze. Das bedeutet ich habe die Nachweisgrenze erreicht. Das bedeutet nicht, dass ich geheilt bin. Das werde ich wahrscheinlich nie sein.
Die guten, meine CD4 Helferzellen sind auf 381 (alt 298) je Micro Liter Blut gestiegen. Das sollen sie auch und das ist deutlich besser als bei der Untersuchung im Oktober. Und ich erhoffe mir, dass die CD4 bei der nächsten Untersuchung am 20 Januar deutlich über 400 liegen.

Letzte Woche wurde noch eine andere Untersuchung gemacht. Da die Blutprobe vom 26. Nov. einen erhöhten Zuckerspiegel hatte, ich hätte vorher keinen Apfelkreppel essen sollen, hat mein Arzt einen Zucktertest veranlasst. Das heißt ich musste nüchtern zur Blutabnahme, dann eine eklige Zuckerlösung trinken nach einer und nach 2 Stunden wurde dann nochmals Blut abgenommen um den Zuckerwert zu bestimmen. Die Werte waren aber ok. Ich brauche mir in dieser Richtung also keine Sorgen zu machen. Für die Medikamentenstudie kann es aber, bei einem solchen Verdacht von Bedeutung sein, eine Diabetes auszuschließen. Es könnte ja sein, das ein Medikament dieses verursacht.

Auf jeden Fall habe ich diese erfreuliche Mitteilung erst einmal rum erzählen müssen. Deswegen schreibe ich auch erst heute darüber.

Nochmals zurück zur Nachweisgrenze. Die Nachweisgrenze liegt derzeit bei 40 Virenkopien je ml Blut. Es geht auch niedriger, diese Verfahren werden dann aber schnell sehr teuer. Was aber ist so interessant daran unter der Nachweisgrenze zu sein?
Es ein Marker für eine erfolgreiche Therapie. Wo nur noch wenige oder fast keine Viren mehr vorhanden sind, kann natürlich auch das Immunsystem weniger geschädigt werden. Es bedeutet aber auch ein geringeres Risiko für andere Personen. Das ist so zu erklären, wenn nur wenige Viren je ml Blut vorhanden sind, ist da Risiko für andere geringer, als wenn viele Tausend Viren je ml Blut da sind. Eine Straße zu überqueren, auf der nur alle Stunde ein Auto fährt ist halt sicherer als über eine Autobahn währen der Rushhour zu gehen.
Es heißt jetzt für mich diesen Status auch zu halten.

Ich habe mich mit meinem Mann unterhalten, seine letzte Virenlast lag bei 1.500 und seine CD4 bei 509 ohne Medikamente. Unser Arzt hat ihm frei gestellt eine Therapie ins Auge zu fassen. Ich denke mal eher aus dem Grund, weil ich bereits in Therapie bin. So kann man, denke ich, das Risiko für beide geringer halten. Ich bin aber der Überzeugung, solange mein Mann sich Mental nicht auf eine Therapie eingestellt hat, wird sie ihm eher Schaden, als etwas zu bringen. Wenn man nicht wirklich bereit für eine Therapie ist, leidet auch die wichtige Therapietreue darunter. Eine Therapietreu ist aber wichtig damit sich keine Resistenzen entwickeln können. Und mit diesen Werten ist er noch weit weg von dem Punkt wo eine Therapie angeraten ist. Die heutigen Empfehlungen sagen wenn die CD4 unter 350 sinken oder die Virenlast über 100.000 ist sollte man spätestens mit einer Therapie beginnen. Und davon ist mein Mann noch weit weg. Und ich wünsche ihm, daß es noch lange so bleibt.

Und noch etwas positives zu Schluss. Ich habe bisher noch immer keine Nebenwirkungen.

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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