Aids Aufklärung

Wie wichtig es noch immer ist über HIV und Aids zu informieren zeigen mir zwei Beispiele aus den Aktuellen Meldungen:
Stern.de berichtet über die 1985 bereits mit HIV geborene Tanja Schirin Bogner. Die heute 25 Jährige erkrankte mit 11 Jahren an Aids und dank der immer besser werdenden Medizin lebt sie noch heute. Bereits mit 7 Jahren war sie als HIV positive zum ersten Mal bei Stern TV zusehen und seit dem öfter. Nachbarn gingen auf Abstand, im Kindergarten war sie unerwünscht weil sie eine Gefahr für andere Kinder wäre. Dass sie jemals so lange leben könne glaubte damals niemand.

Heute hält sie Vorträge zum Thema HIV in Schulen. Sie Kinder und Jugendliche aufklären. Sie will erklären, dass HIV noch nicht verschwunden ist wie viele irrtümlich glauben. Tanja Schirin Bogner ist eine Frau die HIV ein Gesicht gibt.
http://www.stern.de/tv/aktuell/tanja-schirin-bogner-eine-frau-kaempft-gegen-das-aids-virus-1635251-standard.html

Die andere Meldung kommt aus Papua-Neuguinea, genauer aus der Region Madang.

MADANG. Angela Groß-Thebing steht auf dem Marktplatz von Madang und hängt einem Passanten eine riesige, rote Aids-Schleife um den Hals. Wenig später klickt die Kamera. Diese Aktion heißt „Solidarität ein Gesicht geben. […]
Den Weltaidstag nutzen Groß-Thebing und ihre Kollegen von „Save the Children“, um in Madang die Bevölkerung zu informieren. Die richtige Anwendung von Kondomen für Männer und Frauen wird demonstriert, Aids-Schleifen mit Sprühlack auf Kleidung gesprüht, Präservative verteilt, aufgeklärt, Fragen beantwortet…

In Papua-Neuguinea ist HIV/Aids noch immer ein sensibles Thema, es wird nicht darüber gesprochen oder unterrichtet. Wirklich informiert ist kaum jemand. Aids ist noch immer eine Krankheit die durch Hexerei oder den bösen Geist kommt. Wegen HIV werden Menschen ermordet.

Das Provincial Aids Committee und viele andere Organisationen bemühen sich um Aufklärung sowohl Sexuell als auch Gesundheitlich. Sie bemühen sich die Aids Epidemie zu Stoppen. Aber auch medizinisches Personal in Krankenhäusern bedarf der Aufklärung, das gelte besonders für Kirchliche Einrichtungen.

„Save the Children, meine Praktikumsstelle in Madang, arbeitet mit Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren, die eine sehr, sehr geringe Schulbildung haben und arbeitslos sind. Insgesamt unterstützt Save the Children rund 30 Jugendliche in allen Lebensbereichen. Vor allem Gesundheitsfragen und Sexualverhalten werde gelehrt, „damit sie dann in ihren „peer groups“ (Gruppe von „Ähnlich-Altrigen“ oder „Gruppe von Gleichgestellten, Anm. d. Red.) wiederum an andere Jugendliche ihr Wissen weitergeben können.

So sollen diese Informationen unter Jugendlichen weiter gegeben werden.
http://www.ahlener-zeitung.de/lokales/kreis_borken/borken/1465316_Ihre_Mission_Gib_Aids_keine_Chance.html

Papua-Neuguinea ist da nur ein Beispiel. In sehr vielen Ländern der Erde ist die HIV/Aids-Aufklärung noch weit zurück. Der Aufklärungsbedarf ist Weltweit gesehen noch immer sehr hoch.

Wir leben in einem aufgeklärten Land und auch hier sind die Wissenslücken über HIV noch immer recht groß. Die meisten Menschen haben eben doch nur ein Basiswissen. Das beweisen viele Anfragen, die aus Angst vor einer möglichen Infektion gestellt werden. Da frage ich mich immer wieder, kommen Aufklärungskampagnen bei der Bevölkerung wirklich an? Das man sich bei ungeschütztem Sex infizieren kann ist hier zulande fast jedem klar. Aber wo ist das Risiko so gering, dass eine Infektion ganz ausgeschlossen werden kann, ist nicht jedem klar.

An der schlechten Information sind einige Blätter im Zeitungswald sicherlich nicht unschuldig. Wer HIV-positive Menschen als Virenschleuder und ähnliches bezeichnet suggerieren geradezu sich über alle nur denkbaren Wege infizieren zu können. Solche Redakteure sind entweder zu dumm sich richtig zu informieren, was ihre berufliche Pflicht wäre, oder sie handeln bewusst mit falschen Informationen um eine passable Schlagzeile zu generieren. In jedem Fall ist solches Vorgehen mit dem journalistischem Berufsethos nicht vertretbar.

Kommentar

von: Angela Groß-Thebing

Hey :)
Danke für dein Kommentar!

Dieser Artikel wurde aus meinem alten Blog übernommen

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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