HIV und Skifahren

Ich bin nun wirklich kein begnadeter Skifahrer, eher das Gegenteil ist der Fall. Schon beim Anziehen der Skischuhe steht mir der Angstschweiß auf der Stirn. Spätestens wenn ich dann am Hang stehen und nach unten blicke bin ich Schweiß gebadet. Am Tag benötige ich dann locker 3 T-Shirts. Trotz allem machen mein Mann und ich jedes Jahr eine Woche Skiurlaub. Er ist dabei voll in seinem Element. Aber immer wartet er ein paar Meter tiefer auf mich. So brauchen wir für einen Hang, den er allein in 5 Minuten abfährt etwa einen Stunden, wenn ich mich cm für cm den Hang runter taste. Dabei benötige ich für jeden Bogen die komplette Hangbreite, egal wie breit er auch ist. Sobald jemand von oben kommt bleibe ich stehen und warte bis dieser vorbei ist.

Ich bewundere welche Geduld mein Mann da Jahr für Jahr aufbringt. Aber ich habe mich nie darum geschlagen in den Skiurlaub zu fahren. Ich fahre eher ihm zu liebe mit. Heuer waren wir in Bad Gastein. Nachdem in den Bergen im Januar durch das plötzliche warme Wetter so ziemlich alles an Schnee weggetaut war gab es nun wieder Schnee auf den Bergen. Wenn man den Angaben der Betreiber glauben darf sollten das am Berg 1,50m sein. Ich habe mich nur gefragt wie das gemessen wurde. Ich bin der festen Überzeugung die haben addiert, hier 2 cm, dort 5 cm und noch mal 4 cm sind schon 11 cm… Seit dem ich mit meinem Mann Skiurlaub mache hatten wir nicht solch miserablen Verhältnisse auf dem Berg wie heuer. Auf eine vereiste, alte Schicht wurden ein paar cm Schnee geschichtet und fest gewalzt. Da sollte ich mich nun runter kämpfen. Grausam… Anderen mag das Vergnügen bereiten, für mich ist das Stress.

In diesem Jahr habe ich aber noch eine andere Sorge beim Skifahren. Ich nehme ja nun seit einen halben Jahr Medikamente gegen das HI-Virus. Darunter ist das Medikament Truvada®. Truvada® setzt sich aus zwei Einzelmedikamenten zusammen Emriva® und Viread®. Hier geht es insbesondere um Viread® bzw. den Wirkstoff Tenofivir. Dieser Wirkstoff kann als Nebenwirkung die Knochendichte herabsetzen, was bei Stürzen, die beim Skifahren ja durchaus vorkommen können leichter zu Knochenbrüchen führen kann. Diese Tatsache war für mich ein Grund jetzt noch vorsichtiger zu sein als ich es ohnehin beim Skifahren bin. Man kann diesem entgegenwirken, indem man regelmäßig Vitamin D und Kalzium zu sich nimmt. Bei meinem nächsten Termin sollte ich meinen Arzt mal darauf ansprechen.

Nun Kalzium kann man auf verschiedene Weise zu sich nehmen, da wären zum einen Milchprodukte oder Mineralwasser. Und Vitamin D erzeugt der Körper mithilfe der Sonne selber. Aber genau hier ist der Knackpunkt. Dafür bedarf es dass man regelmäßig in der Sonne ist. Bei dem heutigen Berufsleben bekommt fast jeder zu wenig Sonne ab. Im Sommer mag das noch gehen, wenn man denn mal in der Freizeit an die Sonne kommt und nicht gerade in Sunblocker badet. Aber im Winter, wenn man selten mal das Tageslicht sieht gibt es kaum eine Chance, dass der Körper genügend eigenes Vitamin D produziert.
Nur der Körper benötigt Vitamin D um das Kalzium in den Knochen ein zu bauen. Vitamin D schützt den Körper aber auch vor einigen Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vitamin D ist aber auch für das Immunsystem nutwendig. Man kann seien Vitamin D Pegel auch durch die richtige Nahrung erhöhen, insbesondere durch Fisch. Aber darüber lässt sich der Vitamin D Bedarf nur zu etwa 20% decken. Aber wer mag schon täglich 300g Hering essen. Abgesehen davon, das der Hering inzwischen überfischt ist. Im Sommer reichen in unseren Breiten vielleicht 10-20 Minuten Sonne Täglich aber im Winter hat die Sonne viel zu wenig Kraft damit der Körper überhaupt etwas Vitamin D produziert. Jeder Gesunde Mensch ist also im Winter völlig unterversorgt was Vitamin D angeht. Umso mehr trifft das auf Menschen zu die durch Medikamente, Alter oder warum auch immer einen eventuell erhöhten Bedarf an Vitamin D haben.

Nichts desto trotz werden mein Mann und ich wohl im kommenden Jahr wieder Skifahren, wenn mir nicht irgendetwas Dummes einfällt um es ausfallen zu lassen.

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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