Ein besonderes Erlebniss

Ich habe heute nach der Arbeit einen Kollegen, der in ein anderes Haus gewechselt ist zufällig auf der Straße getroffen. Er hat mich gefragt wie es mir denn gesundheitlich geht. Er weiß von meiner Infektion weil er wie ich heute erfahren habe davon in meinem Blog gelesen hat. Ich habe ihm etwas über die momentanen Sorgen erzählt. Und als wir uns verabschiedet haben hat er mich herzlich gedrückt.

Warum ich von diesem Erlebnis erzähle? Es zeigt mir, das auch Leute die ich kenne meinen Blog lesen und das diesen Personen es nicht egal ist, wie es mir geht. Es zeigt mir auch das diese Leute keinen Bogen um mich machen weil ich HIV habe. Und vor allem bestärkt es mich in meiner Meinung, das es gut ist offen zu leben. Ich meine ich habe HIV und nicht die Pest und wir leben nicht mehr im Mittelalter.
Sicher gibt es einige die sich so verhalten als lebten wir noch zu Zeiten der Pest aber das sind eher wenige. Solche Erlebnisse zeigen mir immer wieder, das man nichts davon hat sich zu verstecken. Je mehr sich trauen offen zu leben um so eher werden wir erreichen allgemein akzeptiert zu werden. Es ist nun mal so, die meisten würden durchaus positive Erfahrungen machen wenn sie offen zu ihrer HIV-Infektion stünden. Nur wenige machen wirklich negativer Erfahrungen und diese wenigen negativen Erfahrungen überzeugen mehr Betroffene versteckt zu leben als viele gute Erlebnisse. Ein negatives Erlebnis ist 100 mal einprägsamer als ein positives Erlebnis. So ist der Mensch halt gestrickt.

Ich hatte bisher noch kein schlechtes Erlebnis weil jemand von meiner Infektion erfahren hat. Daher ist es mir auch einigermaßen Egal. Wenn es das nicht wäre, dürfte ich meinen Blog nicht auf Facebook bekannt geben, was ich nicht immer, aber dann mache wenn mir ein Thema wichtig ist. Oder ich dürfte keinen aus dem näheren Umfeld in meine Freundesliste aufnehmen, was völliger Unsinn wäre.
Das bringt mich zu dem Thema: „Wozu sind Freunde da“ wenn man mit ihnen nicht Freunde und Leid teilen kann? Darüber werde ich jetzt erst einmal nachdenken.

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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