Berlin-Brandenburgische AIDS-Selbsthilfe

Heute erhielt ich eine Mail eines neu gegründeten Vereins.
Ich will und darf das Anschreiben hier veröffentlichen da ich das Ansinnen diese für wichtig halte. Diese Neugründung mag einigen ein Dorn im Auge sein, solange die Arbeit diese Vereins den Belangen der HIV-Positiven dienlich ist, ist er eine Bereicherung außerhalb der Aids-Hilfe. Wie ich bereits einmal geschrieben habe, brauchen wir auch jenseits der Aids-Hilfen Gruppen und Vereine die bereit sind für die Sache Positiven zu kämpfen. Nicht jeder HIV+ fühlt sich auch in der Aids-Hilfe zuhause. Auch wenn die AH der gerne so hätte.
Ich für meine Teil erhoffe mir, das die Berlin-Brandenburgische AIDS-Selbsthilfe viele Erfolge im Kampf um die Rechte von HIV+ haben wird. Und ich wünsche ihnen viel Erfolg in ihrer Arbeit und das sich noch der eine oder andere an der Arbeit beteiligen wird.

Im Anschluss das Anschreiben:

Berlin-Brandenburgische AIDS-Selbsthilfe · Rundbrief

Berlin,am 29. August 2011

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Am Fuß der eMail findest Du einen Link zum Abbestellen.

Übersicht

  • Neuer Verein gegründet: Für Selbsthilfe und Interessenvertretung im Diskursbereich HIV und AIDS
  • Einladung zum offenen Forum »Unternehmen statt Unterlassen« am 30. August 2011
  • Konstituierende Sitzung des Positivenrates und Wahl der Ratssprecher_innen am 12. Dezember 2011
  • Online-Diskussionsforen
  • eMail-Rundbrief abonnieren
  • Mitglied werden
  • Vollversammlungen

Neuer Verein gegründet: Für Selbsthilfe und Interessenvertretung im Diskursbereich HIV und AIDS

Liebe Freund_innen, Kolleg_innen und Mitstreiter_innen,

am Donnerstag Nachmittag, den 25. August 2011, haben wir in Berlin nach über einjähriger Vorbereitung den Verein Berlin-Brandenburgische AIDS-Selbsthilfe (BBASH) gegründet.

In den vergangenen Jahren wurde deutlich, dass die konkret zugesicherte und formell verankerte Teilhabe von Menschen mit HIV oder AIDS – ein Ziel des General Involvement of People Living with HIV/AIDS (GIPA) – in vielen etablierten AIDS-Hilfen, aus welchen Gründen auch immer, mehr und mehr beschnitten wird.

Diese AIDS-Hilfen entfernten sich immer weiter von der Verwirklichung ihres politischen Zieles der Selbsthilfe von Positiven und entwickelten sich zu überwiegenden Gesundheits-Dienstleistern, in denen politische Mitsprache und Themensetzung kaum noch gewünscht und möglich sind.

Wir haben deshalb die Berlin-Brandenburgische AIDS-Selbsthilfe gegründet, in der wir die Selbsthilfe und die Interessenvertretung bereits in der Verfassung des Vereins fest verankert und in den Vordergrund gestellt haben.

Dazu bauen wir auf dem in den 1990er Jahren durch das Positivenplenum und das Kollegium der Positivensprecher_innen der »Berliner Aids-Hilfe« entwickelte Zweikammermodell aus

  • Interessenvertretung Positiver und
  • Vollversammlung der Mitglieder

auf und entwickeln dieses Modell weiter:

Indem wir in der Berlin-Brandenburgischen AIDS-Selbsthilfe die Zusammenarbeit beider Kammern stärken und das Konzept weiter ausgestalten mit

  • Elementen der Konsens-Demokratie,
  • einem Positivenrat, der den Verein gezielt für die Mitsprache von Nicht-Mitgliedern öffnet, und
  • Strukturen zur Korruptions-Vorbeugung.

Weil wir die Vorbeugung gegen Korruption und Untreue nicht nur für ein eigenständiges Ziel halten, sondern in Maßnahmen zur Korruptions-Vorbeugung auch konkrete Schritt zur Qualitätssicherung für das Greater Involvement of People Living with HIV/AIDS (GIPA) erkennen, schließen wir uns der Initiative Transparente Zivilgesellschaft von Transparency Deutschland an und nutzen die Checkliste für Self-Audits zur Korruptions-Prävention in Unternehmen.

Wir haben den Beitritt zum Aktionsbündnis gegen AIDS beschlossen und streben die Mitgliedschaft im Dachverband Deutsche AIDS-Hilfe an.

Das aktuelle Leitbild der Deutschen AIDS-Hilfe haben wir auch ohne Mitgliedschaft bereits als verbindlich für unsere Arbeit anerkannt.

Wir danken allen, die im Lauf der vergangenen eineinhalb Jahre am Entwurf der Satzung mitgearbeitet haben, sowie attac Berlin für unkomplizierte Zusammenarbeit, großzügige Gastfreundschaft und tatkräftige Unterstützung.

Einladung zum offenen Forum »Unternehmen statt Unterlassen«

Für Dienstag, den 30. August 2011, 19 Uhr, laden wir zum ersten Mal zu unserem offenen Forum Unternehmen statt Unterlassen ein:

  • Zum Kennenlernen, Kontakte knüpfen, Erfahrungen austauschen, Ideen entwickeln, Kritik anbringen, Pläne schmieden, Projekte starten …
  • Ohne Podium, ohne Panel, ohne Tagesordnung, ohne Moderation, ohne Redeliste.
  • Für Positive und Nicht-Positive, für Mitglieder und Nicht-Mitglieder.

Das Forum Unternehmen statt Unterlassen findet anschließend an jedem ersten Dienstag eines Monats statt; zum zweiten Mal am 4. Oktober 2011.

Wir freuen uns auf Euren Besuch in entspannter Atmosphäre und die gemeinsame Entwicklung neuer Ideen für Selbsthilfe, Offenheit, Zusammenarbeit und Interessenvertretung im Diskursbereich HIV und AIDS.

Konstituierende Sitzung des Positivenrates und Wahl der Ratssprecher_innen

Der Positivenrat ist in der Satzung der Berlin-Brandenburgischen AIDS-Selbsthilfe als notwendiges, unabdingbares Gremium verankert.

Er soll die Interessen und die Perspektive der Positiven, die nicht Mitglied des Vereins sind, in dessen Arbeit einbringen und den Verein dauerhaft für Dialog und Kritik nach außen öffnen.

Wir würden uns deshalb über eine breite Beteiligung von Positiven – unabhängig von ihrer etwaigen Mitgliedschaft in anderen Organisationen – an der Arbeit des Positivenrates freuen!

Der Positivenrat

  • entscheidet selbst über den Ort und die Themen seiner Sitzungen,
  • hat ein eigenständiges Veröffentlichungsrecht,
  • hat Anspruch darauf, die Mitglieder der Berlin-Brandenburgischen AIDS-Selbsthilfe regelmäßig über seine Arbeit und seine Positionen zu informieren,
  • kann für die Dauer seiner Sitzungen Hausverbote aufheben, und
  • die Vorstandsvorsitzenden der Berlin-Brandenburgischen AIDS-Selbsthilfe zu Befragungen laden; die Durchsetzung dieses Rechtes ist mit einem Vereinsordnungsgeld bewehrt.

Mitglieder des Vereins sind im Positivenrat nicht stimmberechtigt. Darüberhinaus sind abhängig Beschäftige und sonst gegen Entgelt für den Verein tätige Personen weder im Positivenrat noch in der Vollversammlung der Vereinsmitglieder stimmberechtigt.

Die konstituierende Sitzung des Positivenrates ist für Montag, den 12. Dezember 2011, vorgesehen.

In dieser ersten Sitzung soll der Positivenrat die Ratssprecher_innen wählen, die den Rat zwischen seinen Sitzungen vertreten werden.

Nach der Wahl der Ratsprecher_innen werden die folgenden Sitzungen des Positivenrates vom Kollegium der Ratssprecher_innen vorbereitet und einberufen (§ 8a der Satzung).

Online diskutieren

Auf unserer Website bbash.de haben wir Online-Diskussionsforen für Fragen und Debatten im Diskursbereich HIV und AIDS und zur Berlin-Brandenburgischen AIDS-Selbsthilfe eingerichtet.

Die Diskussionsforen sind öffentlich zugänglich und lesbar.

Wenn Du Dich als Nutzer_in registrierst, kannst Du Dich an der Diskussion beteiligen. Eine Mitgliedschaft im Verein ist dafür nicht nötig.

Wir fassen die Online-Diskussionsforen ebenso wie den Positivenrat als wesentliche Elemente auf, um die Berlin-Brandenburgische AIDS-Selbsthilfe dauerhaft für Dialog und Kritik zu öffnen.

Rundbrief abonnieren

Den öffentlichen eMail-Rundbrief der Berlin-Brandenburgischen AIDS-Selbsthilfe kannst Du auf dieser Seite abonnieren.

Du kannst Dein Abonnement jederzeit durch einen Klick auf den Link am Fuß der eMails beenden.

Deine eMail-Adresse wird von uns nicht an Dritte weitergegeben.

Mitglied werden

Der Text der Satzung und die Beitragssätze stehen auf unserer Website zum Nachlesen bereit.

Einen Antrag auf Aufnahme senden wir Dir gern per eMail. Unsere Kontaktinformationen findest Du im Impressum der Website.

Vollversammlungen

Aus unserer Satzung ergeben sich unmittelbar die Termine der Vollversammlungen der Vereinsmitglieder. Sie finden jeweils im Frühjahr (§ 6a Abs. 2 der Satzung) und im Herbst (§ 6a Abs. 3 der Satzung) eines Jahres statt.

Im einzelnen:

 

Herausgeber des Rundbriefes: Berlin-Brandenburgische AIDS-Selbsthilfe, c/o Liebold, Falckensteinstraße 43a, 10997 Berlin. Keine Besucheranschrift!“
Übernommen aus Diego62.blog.de am 28.8.2011
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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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