Philadelphia

Als ich 1993 den Film Philadelphia das erste Mal sah habe ich am Ende geheult wie ein Schoßhund. Der Film hat in den Jahren seine Wirkung auf mich nicht verloren. So also auch gestern Abend.

Philadelphia erzählt die Geschichte des Aids-Kranken Anwaltes Andrew Beckett (Tom Hanks) der aus der Kanzlei entlassen wird, den Rechtsstreit gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber und die Beziehung zu seinem Anwalt Joe Miller (Danzel Washington), der ihn im Streit um Schadensersatz gegen seinen früheren Chef vertritt. Der Film endet mit dem Tod des Protagonisten.

Damals war die Diagnose HIV fast einem Todesurteil gleich, den Schrecken hat sie heute dank moderner, immer besser werdender Medikamente verloren. Aber noch immer gibt es keine Heilung  und noch immer sterben jedes Jahr tausende Menschen an den Folgen von AIDS. In Europa und Amerika sind es mehrheitlich jene, die erst einem HIV-Test zustimmen wenn sie bereits mit schweren Krankheiten oft am Ende ihrer Kräfte sind, bei denen jede Therapie zu spät kommt. In vielen Ländern der Erde ist es aber so, das Medikamente nicht in ausreichenden Mengen verfügbar sind.

Noch immer werden HIV-Patienten aufgrund ihrer Infektion entlassen und ausgegrenzt. Nur urteilen leider nicht alle Gerichte so wie in Philadelphia. Noch immer werden positive von einigen Ärzten wie Patienten 3. Klasse behandelt, obwohl gerade Ärzte besser informiert sein sollten. Auch wenn Danzel Washington seine Zeit braucht mit der Situation Aids klar zu kommen entwickelt sich im Laufe des Films eine Freundschaft zum an Aids erkrankten Anwalt.

Der Film erzählt viel über den Zusammenhalt in der Familie und unter Freunden. Etwas was auch heute oftmals leider nur Wunsch ist, HIV ist auch heute noch ein Grund für viele sich von jemanden zu distanzieren. Es gibt noch immer genügend die Angst haben sich schon allein durch einen Händedruck mit HIV zu infizieren. Was ein Unsinn, die Übertragungswege sind nun seit über 15 Jahren bekannt. Und damit auch wie man sich nicht anstecken kann. Und noch immer wissen zu viele Leute nicht was sicher ist.

Sicher, Aids hat seinen Schrecken in den letzten 15 Jahren, dank der Therapiemöglichkeiten verloren. Bei einer rechtzeitigen HIV-Diagnose braucht heute kaum noch jemand in den Industrienationen an den Folgen von Aids sterben. Warum es noch immer jedes Jahr Aids-Tote gibt hat in Deutschland überwiegend 3 Gründe.

–          Eine Disgnose kommt für eine wirksame Behandlung zu spät.

–          Es haben sich aus welchen Gründen auch immer so viele Resistenzen gebildet, das keiner der heutigen Wirkstoffe mehr hilft. Meist geschieht das dadurch das der Betreffende seine Medikamente nicht regelmäßig nimmt.

–          Der Betroffene verweigert die Medikamente, die ihm helfen können weil er vielleicht Probleme mit Nebenwirkungen hat oder auf irgendwelche Scharlatane höhrt, die ihm einreden HIV gäbe es gar nicht oder könne mit Kräutertees, Meditation oder anderen Unsinn behandelt werden.

Ein früher HIV-Befund hilft nicht nur durch Therapie fast normal alt zu werden, eine Therapie ist auch eine wichtige Präventionsmaßnahme. Wen bei einem Positiven 6 Monate kein Virus nachweisbar ist und keine anderen Geschlechtskrankheiten vorliegen ist die Übertragungswahrscheinlichkeit fast Null. Es stellt also eine wichtige Alternative im Risikomanagement von Paaren dar.

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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2 Antworten zu Philadelphia

  1. Auch ich habe diesen Film schon ein paar Mal gesehen. Du hast eine gute Zusammenfassung geschrieben – mit einem guten Ausblick für die heutige Zeit.

  2. Thomas schreibt:

    Hi wo ist der Facebook Gefaellt mir Button? 🙂

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