Kritische Betrachtungen: Die FDP und der Schlecker Konkurs

Die FDP ist ja nun in vielen Landtagen in der politischen Bedeutungslosigkeit versunken. Jetzt erst wieder im Saarland, mit 1,2% gab es wohl kaum noch einen Wähler der nicht Parteimitglied ist. Wundern tu ich mich darüber nicht. Die Frage die sich mir stellt ist eher wie hat sich eine Partei, die sich ausschließlich um die Bedürfnisse der 2% der Vermögendsten dieses Landes bemüht. Sicher ist es sozial unausgewogen wenn die superreichen Steuern zahlen müssen, wenn man diese den ärmeren leichter abnehmen kann.

Die soziale Kälte, die dieser Partei typisch ist hat nun wohl auch der Wähler begriffen, dass dies nicht wirklich der Weg ist diesem Land zu helfen.

Erst heute wieder hat die FDP bewiesen, was sie von sozialer Verantwortung hält, indem sie 11.000 Schlecker Mitarbeiterinnen kalt in die sofortige Arbeitslosigkeit schickt. Ob eine Auffanggesellschaft die richtige Lösung ist, sei dahin gestellt, zumindest würden aber die Frauen nicht mit einem Arbeitslosengeld sondern erhielten zumindest 6 Monate 80% ihres doch eher geringen Einkommens. Die FDP indes hält das für ungerecht, sicher ihre Wähler sind davon ja nicht betroffen.

Die FDP will eine liberale Partei sein. Liberal heißt Freiheit, ich verstehe unter Freiheit gleiche Rechte für jeden. Ich nehme mir hier die Freiheit zu glauben, dass Freiheit für die FDP vom Geldbeutel abhängt. Herr Brüderle, empfindet es zumindest völlig ungerecht, wenn den Schlecker Frauen auf diese Weise geholfen wird. Ich halte es für ungerecht, dass Herr Brüder für solche Äußerungen auch noch ein Ministergehalt bekommt. Von seinem Gehalt könnte man wohl locker 20 Schleckre Frauen beschäftigen. Dabei berücksichtige ich nicht die sonstigen Einkünfte der Herrn Brüderle. Ich neide Herrn Brüderle sein Gehalt nicht, nur sollte dieser Herr mal daran denken dass es die Wähler sind –dazu gehören auch die Schlecker Verkäuferinnen – die sein Einkommen mit finanzieren. Die Reichen, um deren Wohl er sich so sehr bemüht, kennen Mittel und Wege ihr Einkommen durch Abschreibungen und Vergünstigungen so weit herunter zu rechnen das es wundert, das sie am Jahresende nicht noch Geld vom Fiskus bekommen.

Wie nannte es Herr Westerwelle, spätrömische Dekadenz. Dekadent ist, wie die FDP mit der Mehrheit in diesem Land umgeht um einer kleinen Gruppe mehr Wohlstand zu sichern, von Geld das sie dem kleinen dafür zusätzlich aus der Tasche ziehen.

Noch stehen ja mindestens noch 2 Landtagswahlen an und ich wünsche der FDP ein ähnlich gutes Abschneiden wie im Saarland.

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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2 Antworten zu Kritische Betrachtungen: Die FDP und der Schlecker Konkurs

  1. bravo56 schreibt:

    Dass die FDP sich mit der Verweigerungshaltung zur Transfergesellschaft für die Schlecker-Mitarbeiterinnen keinen Gefallen tut, sieht man heute in jeder Nachrichtensehdung. Leider ist es so, dass man die FDP für etwas tadeln muss, was eigentlich vernünftig ist. Transfergesellschaften kosten viel Geld, der Nutzen ist jedoch sehr beschränkt (geht gegen Null). Die Einrichtung von Transfergesellschaften hat auch nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Gerecht wäre es, wenn jeder, der seinen Job verliert, sofort in eine Transfergesellschaft übernommen würde. Oder niemand. Aber es ist nicht gerecht, wenn es von der Betriebsgröße abhängt, ob man im Fall von Entlassungen das Glück hat, in eine Transfergesellschaft kommen kann, oder nicht.
    Ich werde mich freuen, wenn es die FDP bei den anstehenden Wahlen schafft, eine 0 vor dem Komma zu bekommen.

    • Diego62 schreibt:

      Ich sehe in einer Transfergesellschaft ja nun nicht das Wohl eines von der Arbeitslosigkeit bedrohten. Ganz gewiss nicht. Ich glaube auch nicht das eine Transfergesellschaft für jeden Fall angebracht ist.
      Da werden Milliarden Steuergelder in die Rettung Griechenlands gesteckt, aber ein paar Millionen locker machen um 11.000 Frauen, die eh ein sehr geringes Einkommen hatten (Schlecker ist nun nicht für üppige Lohnzahlungen bekannt) den Weg in die Arbeitslosigkeit etwas zu erleichtern dafür ist kein Geld da.
      Das ist lächerlich.
      Über „eine 0 vor dem Komma“ habe ich herzlich gelacht. *grins*
      Wähler, zeigt der FDP wo sie hingehört, zu den Sonstigen.

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