Wie weit darf ich gehen?

Îch mache gerade ein Versuch. Auf den Positiven Begegnungen habe ich einen Button genommen :

Seit gestern habe ich den Button an meiner Jacke um zu sehen wie die Reaktionen sind. Im Supermarkt, beim Bäcker, im Baumarkt, in der Drogerie und Apotheke.

Offene Reaktionen bisher keine, von der Apothekerin ein lächeln…

Mal schauen was noch kommt.

 

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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3 Antworten zu Wie weit darf ich gehen?

  1. Gernot Back schreibt:

    Ich denke, die Diskriminierung kommt vor allem von uns Positiven selbst: Wenn wir uns einreden, wir könnten nicht offen über unsere HIV-Infektion sprechen, sondern müssten sie verschweigen, weil wir sonst schief angesehen würden, dann sind _wir_ es doch, die pauschal erst einmal ihre Mitmenschen diskriminieren, indem wir ihnen von vornherein Probleme damit unterstellen.

    Woher kommt das eigentlich? Von nichts anderem doch, als dass wir von uns selbst auf andere schließen: Wir zeigen mit solchem Verhalten nur, dass wir Angst davor haben, wie wir _selbst_ uns an Stelle der anderen verhalten würden.

    Wenn es sich ergibt, scheue ich das Thema „Meine HIV-Infektion“ nicht und spreche es auch an. Zur Bekundung eigener Betroffenheit, Diego, taugt dieser AIDS-Hilfe-Button ja nicht einmal, es kann sich da auch um ein allgemeines politisches Statement aus Solidarität mit HIV-Positiven handeln; nur deine Apothekerin, die wusste natürlich Bescheid!

    Ich habe mir ein T-Shirt machen lassen, auf dem vorne in Broschengröße nur „HIV+“ steht und auf dem Rücken „Kein Todesurteil, kein Beinbruch, kein Zuckerschlecken“. Das trage ich aber äußerst selten und habe dabei auch noch nie Reaktionen erlebt, weder negative noch positive! Dieses T-Shirt trage ich aber eher selten. Auf der Arbeit habe ich es noch nie getragen, denn mit Kollegen komme ich ja auch direkt ins Gespräch: Dass ich schwul bin, ist bei denen allgemein bekannt, da ich bin auch nicht der Einzige. Dass ich HIV-positiv bin, habe ich auch schon bei einigen Kollegen fallen lassen. Die können das, wenn sie es interessant finden, auch gerne weitererzählen. Ich denke aber eigentlich, dass weder das Thema HIV noch ich selbst so interessant sind, dass das deshalb mittlerweile unbedingt unter allen 150 Mitarbeitern die Runde gemacht haben muss.

    Ich muss es nicht verschweigen, muss aber auch nicht ständig heraushängen lassen, dass ich HIV-Positiv bin. Wir sind als HIV-Positive nichts Besonderes; andere haben auch ihre Päckchen zu tragen! Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!

  2. Jesse schreibt:

    Hey
    wollte nur sagen, dass ich deinen gesamten Blog gelesen habe… und zwar an einem Tag. Fand ihn wahnsinnig interessant, mal spannend, mal nicht so.. aber habe im Großen und Ganzen sehr viel gelernt, obwohl ich immer dachte, ich wüsste schon, grad in Bezug auf HIV/AIDS mehr als Bescheid. Am Interessantestem fand ich, wenn du „von früher“ erzählt hast, oder wie es die geht, oder Geschehnisse im Alltag. Also das Emotionale!!! Ich selbst bin HIV negativ, zumindest ist das mein letzter Stand von vor 8 Monaten. Ich bin leider dem ungeschütztem Sex nicht abgeneigt, und schäme mich, gerade, da ich diesen Blog gelesen habe und sehe wie es sein könnte und wie viel Arbeit, Aufklärer und „Ehrenamtliche“ wie du machen. Ich schäme mich wirklich. Trotzdem ist der Wunsch nach ungeschütztem Sex groß. Ich habe im Moment 3 Sexpartner, mit denen ich ab und an ungeschützt Sex habe. Darauf zu verzichten? Puh!!! Weiß auch nicht, warum ich das schreib, aber es beschreibt zumindest, dass ein aufgeklärter, informierter Mensch aus Trieb- oder sonstigen Gründen vieles kaputt machen kann. Und ganz ehrlich, wie oben erwähnt, ich schäme mich dafür!!! Vielleicht hast du auch mal so gefühlt oder kennst jemanden? Gut, wir sind auch völlig unterschiedliche Generationen, bin 25. Werde versuchen, diese Kontakte zu unterbinden und mich demnächst testen lassen, wovor ich ziemliche Angst habe….
    Auf jeden Fall vielen Dank für deinen Blog!!!!

    • Diego62 schreibt:

      Du brauchst dich nicht zu schämen was du machst, du musst nur mit der Verantwortung für dich leben, du kannst dann nicht andere dafür verantwortlich machen wenn es dich erwischen sollte. Sex ist etwas sehr wesentliches, ohne Sex gäbe es kein Leben auf diesem Planeten. Dafür muss man sich nicht schämen. Man muss nur die Verantwortung für sich übernehmen. Wenn jeder nur füch sich die Verantwortung übernimmt, auch wenn das egoistisch klingt, bin ich mir sicher gäbe es wesentlich weniger HIV-Infektionen.
      Ein negativer HIV Test sag nicht wirklich etwas aus, ein negativer Test ist kein Schutz, ebenso wenig wie ein negativer Schwangerschaftstest vor eine Schwangerschaft schützt. Ein negativer Test sagt nur, dass du im Diagnostischenfenster (6-12 Wochen) negativ warst, nicht ob du dich in diesem Zeitraum doch infiziert hast.
      Du hast meinen gesamten Blog gelesen, dass beweist dein Interesse am Thema, dann wirst du auch einen gewissen Wandel gemerkt haben. Dachte ich mal, die alleinige Verantwortung tragen zu müssen, habe ich mich hierin sehr gewandelt. Sex beruht i.d.r. immer auf Gegenseitigkeit und zum Sex gehören immer mindestens 2. Auch ist es utopisch zu glauben es gäbe so etwas wie absolute Treue. Inzwischen den ist in Aids-Organisationen allgemein anerkannt, dass eine erfolgreiche Therapie ein besserer Schutz ist als ein Kondom, nur bei Staatsanwälten und Richtern existiert hier noch eine gewaltige Wissenslücke.
      Ich versuche mich durch meinen Blog zu engagieren und dadurch mich für die rechtliche Frage einzusetzen. Da ich meine Arbeitszeiten nicht langfristig planen kann entfallen leider andere Möglichkeiten mich fest einzubringen.

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