Welt-Aids-Tag 2012

Was schreibt man als Statement zum Welt-Aids-Tag? Diese Frage stelle ich mir nun zum wiederholten mal jährlich aufs neue. Nach dem ich mir lange überlegt habe was in diesem Jahr schreiben kann muss ich feststellen, das es nicht so einfach ist ein neues Statement zum WAT zu schreiben wenn man bereits dabei ist. Daher hier der Text den ich nun eingestellt hätte.

Sicher ist es immer wieder wichtig auf HIV und Aids aufmerksam zu machen. Es bleibt wichtig auf Safer Sex, damit auch den eigenen Schutz hin zu weisen. Genauso wichtig wie immer wieder den HIV-Antikörper-Test den jeder freiwillig machen sollte darf nicht unerwähnt bleiben. Das zusammen leben von HIV-positiven mit HIV-negativen zu berücksichtigen ist mir ebenso ein Anliegen. Aber auch HIV + Leben, HIV + Arbeit, HIV + Recht, HIV + Sex, HIV + Liebe sind mir wichtig. Und natürlich die Freunde die ich und viele andere in den Jahren durch Aids verloren haben.

Solange HIV-positive stigmatisiert, diskriminiert und ausgegrenzt werden, solange HIV-positive sich vor Gerichten dieser Welt verantworten müssen weil sie HIV-positiv sind, weil sie andere gefährdet oder ungewollt angesteckt haben gen au so lange müssen Aids-Hilfen, Aids- und HIV-Organisationen, Betroffene und deren Angehörige kämpfen um HIV-positiven ein Leben ohne Einschränkungen zu ermöglichen.
Auch heute noch werden HIV-positive von ihren Chefs aufgrund von HIV entlassen, auch heute noch urteilen Arbeitsgereichte (auch in Deutschland) zugunsten der Arbeitgeber, sehen keinen Grund der Diskriminierung. HIV muss genauso wie eine Behinderung ins AGG. Die Strafverfolgung die in vielen Staaten HIV-positive trifft muss beendet werden.

In den Industriestaaten gibt es genügend Medikamente für HIV-positive um ihnen ein „gesundes“ Leben zu ermöglichen. In vielen Ländern sieht das jedoch ganz anders aus. Diese Länder brauchen auch weiter hin unsere Unterstützung. Sei es durch die reichen Nationen oder durch preiswerte Medikamente. Wem nutzt es wenn überteuerte Medikamente in den armen Ländern nicht bezahlbar ist? Davon hat weder die Pharmaindustrie wirklich etwas noch weniger die Betroffenen der Regionen. Wenn sich die Menschen die Medikamente nicht leisten können wird die Industrie auch nicht daran verdienen. Wenn die Betroffenen die Medikamente nicht leisten können, werden sich noch mehr Menschen in diesen Regionen mit HIV infizieren. Eine funktionierende Therapie ist schließlich auch eine Form des Safer Sex.
Fordern wir von der Industrie eine völlige Freigabe der Patente für diese Regionen. Fordern wir von der Politik die Hintertürchen, die sich die Industrie öffnen möchte um ihre Gier zu befriedigen, dicht zu halten damit die armen Länder auch in Zukunft an preiswerte Medikamente zu kommen. Fordern wir ein weltweit finanzierbares Gesundheitswesen. Es dient letztendlich allen.

Tragt die Rote-Schleife als Zeichen der Solidarität mit HIV-positiven und Aids-Kranken. Als Ausdruck der notwendigen Forderungen für ein vorurteilsfreies Miteinander, für die Rechte der Betroffenen und eine Weltweite finanzierbare Behandlung. Das sind nur einige der Punkte….

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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