Pressekritik?

Worum es mir in meinem letzten Blogeintrag ging.

Ich wünsche mir eine regelmäßige, positive Berichterstattung, die…

  • dazu geeignet ist Angst gegenüber HIV abzubauen,
  • hilft Diskriminierung und Ausgrenzung zu überwinden,
  • den Umgang mit HIV-Positiven zu normalisieren,
  • Ungerechtigkeiten verurteilt (Beispiel Laborant 1)
  • auf die nicht Infektiosität gut Therapierter HIV-Positiver aufklärt (EKAF-Studie 2)
  • Positiven Mut macht offen leben zu können.

Wenn sich einige Medien missverstanden fühlen weil sie doch öfter als einmal im Jahr über HIV berichten ist nicht beabsichtigt diese zu diskreditieren. Sie machen heute schon gute Arbeit und sollen hier nicht verurteilt werden.

Ich beklage mich über das inzwischen häufige mediale Desinteresse beim Thema HIV. Vor 20 Jahren war fast mindestens im Monat eine neue Meldung über Aids (oft genug Horrormeldungen 3) zu lesen nur nachdem die HIV-Positiven nicht mehr sterben wie die Fliegen ist das Interesse weitestgehend verblasst. HIV-Positive sind auf eine positive Berichterstattung angewiesen, sie ist wichtig um die oben genannten Wünsche zu erfüllen. HIV-Positive sind keine „Viren-Schleudern“ (Bild über Nadja Benaissa), HIV-Positive sind verantwortungsbewusste Menschen. Menschen die oft verunsichert sind, weil sie Angst haben einen Partner den sie lieben zu gefährden. Fast alle HIV-Positiven haben Angst sich selbst vor Freunden und in der Familie zu outen weil sie eine oftmals begründete Angst vor Ausgrenzung haben. Selbst Ärzte verweigern, völlig unbegründet, auch heute noch die Behandlung von HIV-Positiven- jeder 5. Positive wurde von einem Arzt abgewiesen.

Wer, wenn nicht die Medien, hat die Macht die Menschen in der Masse zu erreichen? HIV-Portale im Internet werden kaum von der Masse gelesen, wohl aber Tages- und Wochenzeitungen wie FAZ, Süddeutsche, Stern, Spiegel, Zeit und TV-Sender wie ARD und ZDF, um nur einige Wenige zu nennen.

 

  1. Laborant: Ein Laborant wurde deswegen während seiner Probezeit in dem Unternehmen entlassen, weil er HIV-Positiv war.
  2. EKAF = Eidgenössische Kommission für Aids-Fragen. Sagt aus das ein HIV-Positiver nicht mehr Ansteckend ist wenn die Virenlast mindestens ein halbes Jahr unter der Nachweisgrenze ist und keine anderen STIs vorliegen. Bisher wurde Weltweit erst ein Fall bekannt in dem sich ein Partner dennoch infiziert hat. Die Übertragungsrate trotz Kondombenutzung ist höher.
  3. Meldungen über Aids, die selten dazu geeignet waren dem „Gesunden“ die Angst vor HIV-Positiven/Aids-Kranken zu nehmen. Eine wirkliche Angstnehmende Berichterstattung war eher selten.
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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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