Zur kurzen Erholung in Bad Sooden-Allendorf

Eigentlich haben wir das anders geplant, wir wollten 7 Tage Wellnessurlaub machen aber es kommt ja immer wieder anders als man denkt. Der MDK kam am Montag um die Pflegestufe meine Schwiegermutter zu beurteilen, was der alten Dame gar nicht behagte. Sie könne ja noch alles, nur macht sie es nicht mehr. Aber darüber will ich mich jetzt nicht weiter auslassen. Wegen des Besuchs des MDK mussten wir unseren Urlaub dann doch noch ändern, glücklicher weise haben wir erst kurzfristig angefragt und hatten noch nicht fest gebucht. So wurden aus den 7 Tagen nur noch 3 Nächte. Da Bad Sooden-Allendorf im Norden Hessens liegt ist es von uns aus auch keine lange Anreise und so sind wir am Dienstagmorgen losgefahren, haben unterwegs noch einige Geocaches an den Autobahnrastplätzen gemacht und waren dann gegen Mittag am Ziel.

Das gebuchte Arrangement umfasste 3 Nächte im Hotel mit Frühstück, 3 mal Eintritt in die Werrataltherme mit Sauna, eine Garshan Seidenhandschuhmassage (60 min) und eine Abhyanga Ganzkörpermassage (90 min). Die Massagetermine waren für Mittwochnachmittag und Donnerstagvormittag angesetzt. Nach Ankunft im Hotel haben wir erst einmal eine kleine Stadtbesichtigung gemacht. Bad Sooden-Allendorf besteht wie der Name andeutet aus den Teilen Bad Sooden und Allendorf, liegt an der Werra und unweit des Hohen Meißner, der Heimat von Frau Holle. Wir gingen zunächst durch Bad Sooden, Allendorf haben wir uns für den Folgetag vorgenommen. Bad Sooden war einst eine alte Salzstadt das Stadtzentrum ist um den heutigen Kurpark herum gebaut, so dass die Stadt nur aus Park zu bestehen scheint. Die Stadt erlebten wir winterlich angehaucht, der Schnee auf dem Bild fiel dann erst in der Nacht auf Mittwoch. Aber das Bild zeigt die sehr offene Innenstadt. Nach dem Rundgang und einem kleinen Imbiss gingen wir ins Bad.

Einweichen im Thermal-Sole-Wasser und anschließend in die Dampfsauna wo die für uns erste Abreibung mit Kaffee, Salz und Olivenöl auf dem Plan stand. Das Ganze hat einen wunderbaren Peelingeffekt und hinterlässt eine leichte Rückfettung der Haut. Nach einer Ruhepause noch ein Saunagang und zum Schluss noch mal ins Wasser. Dann war der Tag auch schon vorbei. Leider sind im Winter in Bad Sooden fast alle Lokale geschlossen, was auf einen Typischen Saisonbetrieb der Stadt deutet. Auch das große Gradierwerk war außerbetrieb. Abend um neun haben wir dann im Hotel noch eine Kleinigkeit zu essen bekommen, auch wenn die Küche gerade Feierabend machen wollte.

Am nächsten Tag waren wir geocachen zunächst in Bad Sooden um hier einige Caches mitzunehmen und sind dann über die Werra, die hier 3 Arme hat nach Allendorf. Allendorf ist eine sehr schöne Fachwerkstadt, die unbedingt einen Besuch wert ist. Beim Geocaching wird man oft an Sehenswürdigkeiten der Stadt herangeführt. Bei diesem schönen Hobby wurden wir von jemanden angesprochen der uns an dem GPS-Gerät welches ich bei mir trug als und uns so als gleichgesinnte erkannte. So hatten wir ein nettes Gespräch mit diesem jungen Mann, der uns auch noch einige Tipps für interessante Caches in der Umgebung empfohlen hat. Nachdem wir noch kurz ein Café in Bad Sooden aufgesucht haben, wo es einen hervorragenden Schmandkuchen, ähnlich einem Käsekuchen, an den Wänden hingen Bilder von Reinhold Löffler aus der Serie „ins Bild geschlichen“. Löffler nimmt Werke anderer Künstler und arbeitet prominente Persönlichkeiten hinein. Dann ging es zur ersten Massage und anschließend ins Bad, die Sauna musste heute wegen Frauentag in der Sauna ausfallen. So haben wir nur einen Eintritt ins Bad bezahlt und den 3. Gutschein für Bad und Sauna für den Freitag aufgehoben. Hier trafen unsere Bekanntschaft vom, Geocaching in der Rolle des Bademeisters wieder.

Am Donnerstag hatten wir gleich früh einen Massagetermin, 90 Minuten mit viel Öl und super entspannend. Danach wieder Bad und Sauna, diesmal gab es in der Dampfsauna auch noch eine Abreibung mit Honig, ein wunderbares Gefühl auf der Haut. Danach haben wir die letzten 2 Stunden Tageslicht zum Geocaching genutzt aber leider wenig Erfolg gehabt, weil wir die nötigen Hilfsmittel nicht dabei hatten. Aber ich habe einen neuen Coin auf die Reise geschickt, mit der einfachen Aufgabe die deutschen Kurorte zu besuchen. Abends waren wir dann mal in Allendorf zum Abendessen eingekehrt. Ich habe mir eine regionale Spezialität, Weckewerk(1), bestellt. Mein Mann war sehr skeptisch und ließ sich ein Rumpsteak kommen, probierte aber von meinem Weckewerk und fand es gut. Später im Hotel angekommen wollten wir noch einen Absacker trinken. Der Koch hatte einige Freunde eingeladen und im Schweinsmagen gefülltes Weckewerk mit Ananaskraut und Kartoffeln kredenzt. Man stellte auch uns Teller hin und so hatte ich das Vergnügen dieses probieren zu dürfen. Leider war ich bereits gesättigt, aber mein Mann, vorher schon auf den Geschmack gekommen hat nochmal kräftig zu gelangt. Dann erzählten sich die Herren einen Witz nach dem anderen, somit war der Abend sehr Kurzweilig.

Am Freitag waren wir nach dem wir noch ein paar nordhessische Spezialitäten gekauft haben noch mal für 4 Stunden in Bad und Sauna und sind anschließend zum Übernachten zu meiner Schwester gefahren. Am Samstag waren wir in meiner Heimatstadt, Hannoversch Münden, noch auf dem Markt, bevor es dann auf den Heimweg ging. Aus der heutigen Sicht war es gut, dass wir nur so kurz buchen konnten, sonst ständen wir jetzt wohl bei Glatteis auf der Autobahn.

  1. Weckewerk wird aus Wecke, also Brötchen, und Restfleischhergestellt. Die Metzger verwenden dafür viel Schwarten und fettreiches Fleisch heutige Köche nehmen statt des fettreichen Restfleisch lieber Hackfleisch wodurch das ganze sehr mager wird. Gewürzt wird mit Majoran, Kümmel, Pfeffer und Salz und das insgesamt eher kräftig.
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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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