Mehr Rechte für die „Homo-Ehe“

Das am 19. Februar das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) erneut ein Urteil für mehr Rechte für die sogenannte Homo-Ehe gefällt hat dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein.

Das sic einige Unionspolitiker damit nicht abfinden wollen ist vorprogrammiert. Sie gehen teilweise soweit und wollen den BVerfG die Kompetenz absprechen über die Verfassung Mäßigkeit der staatlichen Diskriminierung recht zu sprechen. Wie weit deren Demokratieverständnis geht muss wohl gesondert betrachtet werden. Ich würde beantragen diese Personen vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen.

Das gewisse Politiker der christlichen Parteien des Lesens nicht mächtig sind ist dagegen eine ganz andere Seite. Sie berufen sich immer wieder auf §6 GG um ihre Diskriminierung zu begründen. Und behaupten steif und fest die Macher des GG hätten die Ehe zwischen Mann und Frau besonders schützen wollen. Nur wenn man den Artikel mal richtig ließt wird man folgende Worte finden:


(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.
(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.

  • Wo bitte ist davon die Rede das eine EHE aus Mann und Frau bestehen muss.
  • Wo steht das eine Familie aus Vater, Mutter, Kind zusammengesetzt ist.

Es ist von Ehe die Rede und dass sie zu schützen ist. Daran will ich auch nicht rütteln. Geht es doch darum gemeinsam für einander verantwortlich zu sein.
Es ist von Familie und Kindern die Rede die Besonders geschützt werden sollen
Von einem besonderen Schütz für Mütter ist zu lesen
Und auch davon das uneheliche Kinder die gleichen Rechte genießen wie eheliche Kinder.

Nur nirgends ist steht das Homosexuelle ausgeschlossen sind. Frau Reiche und Co täten gut daran das Lesen zu erlernen bevor sie weiter solche unhaltbaren Märchen verbreiten. Eine Regierung die dermaßen darauf beharrt rechtmäßig zu handeln wenn sie schwulen und lesbischen Partnerschaften ihnen zustehende Rechte zu verweigern muss es sich gefallen lassen das man sie nach ihr Rechtsverständnis infrage stellt. Solche Parteien sind was Rechtsfragen angeht do eher recht mäßig.

Dass die nächste Klatsche vom BVerfG vor der Tür steht sehen diese Leute gelassen entgegen und werden dann wieder Mord und Zeter schreien wenn Deutschlands oberste Richter zur nächsten Ohrfeige ausholen. Auch haben die Vertreter_innen von CDU/CSU nicht verstanden dass dem Artikel 6 der Artikel 3 vorsteht, der da lautet:


(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der
Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Damit sollte klar definiert sein, dass die Gleichheit Vorrang hat. Auch das haben weder Herr Kauder noch Frau Reiche ebenso wenig verstanden wie Frau Merkel. Auch die Bild versucht nun Stimmung gegen homosexuelle Partnerschaften zu machen. Tut sie das aus eigenen Stücken, dann ist an der Verfassungstreue dieses Blattes doch sehr zu zweifeln oder wurde sie von der Regierungskoalition dafür bezahlt, dann fehlt aber der Hinweis auf einen Anzeigentext. Auch die Schmierfinke von Deutschlands meist gelesenem Hetzblatt täten gut daran die Gesetzestexte richtig lesen zu lernen, ich gebe dabei gerne Nachhilfe.

Ich verlange nicht nur die gleichen Rechte wie sie Hetero-Ehe hat. Dazu gehören eben nicht nur das Steuern und Adoption. Die sog. Homoehe wird noch in fast 200 anderen Punkten staatlich Diskriminiert. Ich verlange wie in vielen anderen Westeuropäischen Ländern auch eine Öffnung der Ehe auch für homosexuelle Paare. Holland, Dänemark und Spanien haben das schon vor Jahren vorgemacht, Frankreich hat bereits nachgezogen und Großbritannien ist dabei. Deutschland katapultiert sich dank CDU/CSU lieber in die politische Steinzeit. Und die Labilen, die FDP, passen sich immer wieder den Wünschen des Koalitionspartners CDU/CSU an. Vorne weg ihr ehemaliger schwuler Vorsitzender Westerwelle, bleibt lieber Abstimmungen fern als gegen sie zu stimmen oder sich notgedrungen zu enthalten. Nur unter dem Merkel-Regime sehe ich hier keinen wirklichen Fortschritt. Sollte das Merkel auch im Herbst die Wahl gewinnen werden auch die nächsten Jahre für die Rechte Homosexueller verloren sein, wenn sie nicht peu à peu die Rechte vor dem BVerfG eingeklagt werden. Dann sollte sich das CDU/CSU Regime auf eine Klagewelle auch für die letzten zweihundert Punkte in denen homosexuelle Paare noch diskriminiert werden gefasst machen.

Wenn das Merkel von ihrem geistigem Vorfahren Kohl etwas gelernt hat ist es das Aussitzen und Ignorieren von Rechten anders denkender. Bei der nächsten Bundestagswahl schwarz/gelb zu wählen beutet Diskriminierung und die Missachtung des Grundgesetzes auch weiterhin zu unterstützen.

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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