POSITIV?

19% der HIV-Positven werden normale ärztliche Behandlungen verweigert
26% der HIV Positven erleben Diskriminierung am Arbeitsplatz
47% der HIV Positiven wurden von einem potentiellen Partner zurückgewiesen

Wen wundert es anhand dieser Zahlen dass HIV-Positive nicht offen über ihrer Infektion reden wollen, weder beim Arzt noch in der Firma und schon gar nicht jemanden in den sie sich gerade frisch verlieben. Wenn es eine 50/50 Wahrscheinlichkeit ist, dass aus der Liebe auch was wir mach man das als Positiver einmal, vielleicht ein zweites Mal und dann? Dann sagt man sich warum eigentlich soll ich meinen Partner informieren, wenn ich dann doch nur Ablehnung erfahre? Daher fordern wir Positiven RESPEKT!

Gleichzeitig wird gefordert seinen Partner über seinen Status zu informieren. Schon bei einer möglichen Gefährdung des Partners drohen Ermittlungsbehörden und Gericht, wenn der Partner dann doch einmal dahinter kommen sollte das man POSITIV ist und die Panik bekommt. Auch wenn man vorher darüber gesprochen hat die Beziehung dann aber plötzlich zu Ende ist. Wie will man als Positiver im Notfall beweisen das der Partner anfangs keine Probleme damit hatte. Soll man sich das vorher unterschreiben lassen um im Notfall ein Dokument zu haben in dem Steht das der Sex den man hatte auf einvernehmlicher Basis stand? Daher fordern wir Positiven RESPEKT!

Viele Ärzte und auch Medizinisches Personal sind überfordert wenn es um HIV geht. Gerade im Bereich der Medizin muss und soll man erwarten, dass das Personal informiert ist. Nur leider erfahren Positive immer wieder das Gegenteil. Hier schweigen viele lieber, auch wenn es nicht unwesentlich für eine Behandlung ist, wenn der Arzt weiß was man für Medikamente nimmt und welche Vorerkrankungen vorliegen. 30% der Personen die in Deutschland an den Folgen von HIV sterben sind Opfer einer viel zu späten Diagnose. Sei es weil viele es für sich nicht wahr haben wollen eventuell HIV zu haben oder weil der Arzt denkt wieso soll ein Familien Vater betroffen sein, auch wenn die Symptome für einen HIV-Test sprechen? 1/3 der Aidstoten ließen sich so im Jahr vermeiden. Daher fordern wir Positiven RESPEKT!
49% der HIV Positiven sind sich nicht sicher, das ihr Status beim Arzt wirklich vertraulich gehandhabt wird, 13% halten es für offensichtlich dass ihre Daten nicht vertraulich gehandhabt werden. Für einige wird das offensichtlich, wenn auf ihrer Akte vorne mit rotem Edding HIV geschrieben steht. Eine Information die niemanden außer dem Arzt etwas angeht, auch die Sprechstundenhilfe braucht darüber nicht informiert sein. Trotz dem ist es Alltag in vielen Praxen. Das ist entwürdigend und verletzend. Daher fordern wir Positiven RESPEKT!

Viele Arbeitgeber entlassen Positive um andere Mitarbeiter oder Kunden vor einer Ansteckung zu schützen. Was völliger Unsinn ist. Niemand kann sich durch den alltäglichen Kontakt mit einem Positiven anstecken, Weder bei der Polizei noch in der Chirurgie, auch nicht in der Fleischerei oder Küche. Schon gar nicht im Büro. Selbst wenn es mal zu Verletzungen kommen sollte besteht baum Gefahr, es sei denn beide Betroffenen hätten offene Fleischwunden. Eine Gefahr für den Kunden ist kein HIV-Positver, nicht im Supermarkt, nicht auf der Bank, oder sonst wo. Daher fordern wir Positiven RESPEKT!

Immer mehr Positive werden inzwischen Alt, viele leben allein und benötigen eine professionelle Versorgung. Diese ist aber nur dann gewährleistet, wenn das Pflegepersonal entsprechend geschult ist. Ob diese Pflege zuhause oder im Heim stattfindet ist dabei zunächst unerheblich. HIV-Positive haben vielfach andere Bedürfnisse, auch medizinisch, als „Gesunde“. Die Medikamente die wir nehmen haben ihre Nebenwirkungen, besonders Altpositive haben in den Anfängen der Therapiemöglichkeit Medikamente genommen die schwere Schäden hinterlassen haben. Darauf muss ein Altenpfleger besonders geschult sein. Daher fordern wir Positiven RESPEKT!

Das wir viele sind, die für ihre Rechte kämpfen haben wir letztes Jahr bei den Positiven Begegnungen in Wolfsburg gezeigt und dieses Jahr beim CSD in Köln. Die schwulen Bewegungen der 70er und 80er Jahre haben es gezeigt nur wenn man öffentlich für seine Rechte, für den zu Recht geforderten RESPEKT auftritt wird man auch was erreichen.

PositivHandeln_3

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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2 Antworten zu POSITIV?

  1. Randalf schreibt:

    Ähm… RESEKT? Copy&Paste ;-)?

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