Schuldfrage

Letze Woche hat ein 27 Jähriger Soldat seinen Einspruch am Münchner Landgericht zurück gezogen. Er wurde zuvor im Januar von einem Amtsgericht zu z Jahren und drei Monaten verurteilt weil er, als HIV-Positiver, ungeschützten Sex mit einem anderen Mann hatte. Er wurde wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. Der HIV-Positive soll bereits seit 2007 von seiner Infektion gewusst haben. Beide Männer hatten in einer Nacht 2009 einvernehmlich auf die Verwendung eines Kondoms verzichtet. Worauf sich der Sexualpartner vermeintlich bei dem Verurteilten infizierte. Das Gericht war davon überzeugt das bei Verwendung eines Kondoms es nicht zu einer Übertragung gekommen wäre. Sie hatten sich im Internet kennengelernt und zu einem Sexdate verabredet.

Dieses Urteil war Anlass für eine rege Diskussion. Die Meinungen gingen sehr weit auseinander.
Von: Die Strafe sein noch viel zu Milde.
Bis: eine Bestrafung sei völlig falsch und schade der Prävention.

Eine alte Regel beim Safer-Sex ist schütze dich selbst. Damit ist gemeint, wenn du kein HIV haben willst, besteh auf die Verwendung eines Kondoms. Man kann schließlich nie wissen ob ein spontaner Sexpartner wirklich negativ ist. Weder wenn er erst vor kurzem einen negativen Test hatte noch wenn man gar nicht darüber redet.

  • Wenn ich negativ bleiben will muss ich auf ein Kondom bestehen!

Das gegen Argument ist wenn ich über eine Infektion informiert bin, habe ich einen Wissensvorsprung und muss einen Partner schützen. Einige waren der Ansicht, man müsse seinen Partner unbedingt über seinen HIV-Status informieren. Wer seine potentiellen Sexual, ich meine hier nicht Beziehungspartner, über seinen HIV Status informiert erlebt regelmäßig eine Zurückweisung. Es ist daher nicht verwunderlich das Positive nicht über ihren Status reden wollen, wenn es nur um schnellen Sex nebenbei geht.

  • Offen zu seinem HIV-Status zu stehen bedeutet meist abgewiesen zu werden.

Wer nicht über seinen HIV-Status informiert ist, und das sind nach Schätzungen ca. 30% aller Positiven, kann natürlich auch niemanden über seinen Status informieren. Was ich nicht weiß… Hier sehe ich ein wesentlich größeres Risiko für eine HIV Übertragung. Verurteilungen wegen einer HIV-Übertragung schreckt viele von einem Test ab, weil man dann ja seinen Partner schützen und informieren muss. Nicht getestet zu sein ist der beste Schutz vor rechtlicher Verfolgung bei einer Übertragung.

  • Dann also besser nicht zum Test?

Nicht über seinen HIV-Status informiert zu sein bedeutet ein wesentlich höheres Risiko an AIDS zu erkranken und an den Folgen der HIV-Infektion zu sterben. Eine HIV-Therapie bedeutet Jahrzehnte Medikamente nehmen zu müssen, dafür aber fast normal alt zu werden. Eine erfolgreiche Therapie senkt die Übertragungswahrscheinlichkeit in einer festen Beziehung erwiesen nahe null. Es spricht also rein aus dem Gesichtspunkt der Prävention viel dafür die Menschen zum Test zu bewegen. Nur jedes Urteil wie das in Bayern schreckt immer wieder von einem HIV-Test ab. Daher sind solche Urteile Gift für gute Präventionsarbeit.

  • Richter und Gesetze stören eine gute Prävention.

Wenn ich heute mit einer fetten Grippe shoppen gehe und dabei wissentlich 10 Leute anstecke, was wesentlich wahrscheinlicher ist als jemanden mit HIV zu infizieren werde ich dafür nicht bestraft. Nur sterben Jährlich mehr Menschen an einer Grippe als an Aids. Im letzten Jahr gab es ca. 20.000 Grippetote in Deutschland, an den Folgen von HIV waren es 550. Wollte man alle Grippepatienten wegen gefährliche Körperverletzung anklagen kämen deutsche Gerichte zu nichts anderem mehr. Seit dem Beginn der Aids-Geschichte 1981 sind in Deutschland geschätzt 27.000 Menschen an den Folgen von AIDS/HIV gestorben. In 30 Jahren also etwas mehr als jedes Jahr an den Folgen einer Grippe sterben. Auch gegen eine Grippe kann sich jeder schützen.
Auch an den Folgen einer Hepatitis sterben jährlich mehr Menschen als an den Folgen von HIV. Auch hier ließt man eher nichts von Strafverfolgung wegen einer Übertragung.

  • HIV wird im Gegensatz zu anderen übertragbaren Krankheiten strafrechtlich verfolgt.

HIV-Patienten werden durch Gerichte zu modernen Brunnenvergiftern wie im Mittelalter gemacht. Die Kriminalisierung von HIV-Positiven täuscht eine falsche Sicherheit vor, indem die zum einen von einem offenen Umgang mit einer eigenen HIV-Infektion abschreckt und zum anderen viele von einem HIV-Test abhält. Die Kriminalisierung von HIV hat es bisher nicht geschafft auch eine HIV-Infektion zu verhindern, das Gegenteil ist eher zu vermuten.

  • Erfolgreiche Prävention kann nur ohne die Kriminalisierung von HIV funktionieren.

Wer fordert das alle HIV-Positiven einem eventuellen Sexpartner ob in der Sauna oder Swingerclub, ob für eine Nacht abgeschleppt, nachts im Park oder im Darkroom, verlangt seinen Status offen zu legen lebt an der Realität vorbei. Das ist etwas was nicht funktionieren kann. Genauso wenig kann man ein Gesetz erlassen kann in solchen Situationen nur mit Gummi zu vögeln. Überall begegnet man Egoisten die der Meinung sind: Jeder ist sich selbst der nächste! Das muss dann aber auch bedeuten, dass sich jeder schützen sollte. Rein aus purem Egoismus sollte das selbstverständlich sein. Wer anderes fordert, fördert nur die Diskriminierung von HIV-Positiven.
Die Kriminalisierung von HIV-Positiven ist ein Punkt, wo die Politik in diesem Land seit Jahrzehnten versagt.

  • Habe ich mich selbst strafbar gemacht, als ich infiziert mich angesteckt habe?
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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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13 Antworten zu Schuldfrage

  1. alivenkickn schreibt:

    Offen zu seinem HIV-Status zu stehen bedeutet meist abgewiesen zu werden.
    Das sollte kein Grund seinen Status zu kommunizieren. Da dies aber der Fall ist „abgelehnt zu werden“ gibts hier noch einiges im Kontext zu Akzeptanz – Aufklärung – Prävention zu tun.

    Richter und Gesetze stören eine gute Prävention.
    Hier muß wie auch oben gesagt noch einiges getan wreden. Die Rechtssprechung sollte die aktuellen medizinischen Standdards – Fortschritte einbeziehen und nicht auf dem Stand von 198x basieren.

    HIV wird im Gegensatz zu anderen übertragbaren Krankheiten strafrechtlich verfolgt.
    HIV ist eine chronische Krankheit. Das nimmt trotz aller Behandelbarkeit einen anderen Stellenwert ein als eine Grippe.

    Wir für die HIV Thema ist befinden uns nach wie vor in einer besonderen Situation. Deshalb verfügen wir über einen Wissensvorsprung. Das Argument “ Die Informationen zum Thema HIV sind ja zugägnlich und können von Allen abgerufen werden“ zieht leider nicht weil die Realität aben anders aussieht. Ergo geht es imo nur oder auch über die Bemühungen verstärkt Aufzuklären und an die eigenen Verantwortung zu appelieren.

    • Diego62 schreibt:

      Gute Prävention ist nur dann praktikabel, wenn sie einfach gelebt werden kann. Je einfacher um so besser. Eine Prävention die wie sie heute von einigen erwartet wird, dass zunächst der Positive seinen Status offen legen soll und als alleiniger für Safer Sex verantwortlich ist, ist bei den vielen ungetesteten nur gefährlich. Die Praxis zeigt auch das es für die meisten nicht zu leben ist. Daher ist es absolut notwendig sich an den Ursprung der Safer Sex Regeln zu halten, sich selbst zu schützen.
      Sicher ist eine Grippe etwas anderes als eine HIV-Infektion. In den 30 Jahren Aidsgeschichte sind überschlagen 600.000 Menschen in Deutschland an Grippe gestorben aber nur 27.000 an den Folgen von HIV. Auch eine Hepatitis verläuft in vielen Fällen Chronisch und ist daher mit HIV vergleichbar, nur wesentlich leichter übertragbar.
      Die Virenlastregel soll auch im Sinn der DAH in den Safer Sex Regeln eingebunden werden.
      Wo aber noch viel zu tun ist, im Rechtswesen eine andere Sensibilität einzufordern. In der Urteilsfindung muss vielmehr auch die Eigenverantwortlichkeit berücksichtigt werden. Auch im Straßenverkehr muss ich mit Fehlern anderer rechnen und wenn ich ohne Rücksicht, ungebremst in jemanden rein fahre wird mir eine Teilschuld zuerkannt. Nur im Sexualleben gilt das nicht, als Positiver soll man immer auf der Bremse stehen?
      Ich bin der letzte der sagt verzichtet auf Kondome, wenn man unter die Virenlastregel fällt ist man nicht mehr ansteckend. Nur man muss mit den Realitäten leben. Brecht sagte in seiner drei Groschenoper „doch die Verhältnisse die sind nicht so!“(1). Sie sind eben nicht so, dass man als Positiver ohne Ausgrenzung offen leben kann. Jeder sollte sich mal zwei Fragen stellen:
      1) Wenn ich negativ wäre, wie würde ich reagieren wenn ein neuer Partner sagt ich habe HIV“
      2) Wenn ich positiv wäre und hätte bereits die 5. oder 10. absage weil ich Positiv bin, würde ich dann noch offen über meinen Status reden?
      Wenige würden bei der 1. Frage sagen, dass sie damit kein Problem hätten. Die Umfrage Positive Stimmen sagt dies eindeutig aus 49% der Positiven haben aufgrund ihrer Infektion von einem möglichen Sexualpartner eine Absage erhalten. Genauso wenige würden auf die 2. Frage antworten dass sie dann auch in Zukunft offen über ihren Status reden werden. Es ist also realitätsfremd zu verlangen, dass ein HIV-Positiver seinen Status immer offenlegen soll.

      (1) Drei Groschenoper, erstes Finale, den gesamten Liedtest zum Nachlesen:
      http://missmarplespoesiealbum.blog.de/2009/02/11/unsicherheit-menschlicher-verhaeltnisse-bertold-brecht-5551943/

  2. alivenkickn schreibt:

    Diego wie die Realität ist weiß ich auch.

    Mein Ansatz ist ein anderer. Wir reden über Diabetes, Dialyse, Lungenentzündung als etwas ganz normales, zum Leben dazugehiroges. Den gleichen Anspruch habe ich was HIV betrifft. Wie sonst will man es erreichen das „über HIV zu sprechen, zu sagen auch vor dem Sex“ Hey ich bin HIV + nehme ne ART . . .etc pp. wenn man nicht darüber redet?

    Du bekommst Ängste, Stigmatisierung, Diskriminierung, Kriminalisierung nicht per Gesetz aus den Köpfen. Nur über den Weg der Kommunikation.

    Das neue Bild von HIV? Rede rüber HIV so wie wenn Du mit jemand über n Kartoffelsalatrezept redest. . . .

    • Diego62 schreibt:

      Wie wollen wir erreichen, das es ganz normal wird über seinen HIV-Status zu reden. Ich sehe den Teufelskreis auch, wir können nur etwas gegen Diskriminierung und Stigmatisierung ausrichten wenn möglichst viele offen zu ihrem Status stehen. Aber hier liegt auch das Problem wer offen lebt erfährt wiederum Diskriminierung und wird sich wahrscheinlich irgendwann verstecken.
      HIV ist in den Köpfen der Allgemeinheit eben keine Krankheit wie Diabetes sondern eine Ausnahmefall.
      Auf der einen Seite betrachten wir Betroffenen die Normalisierung von HIV auch als Banalisierung die wir nicht wollen. Auf der anderen Seite wollen eine Normalisierung erreichen. Wir sehen uns gerne als etwas besonderes unter den chronisch Kranken, was wir aber nicht mehr sind wenn es ganz normal ist mit HIV zu leben.

      • alivenkickn schreibt:

        Es sind die negativen Erfahrungen die ich in der Vergangenheit gemacht habe, von denen ich ausgehe das ich sie wieder machen bzw erfahren werde wenn ich offen bin.

        Und da es schmerzhafte Erfahrungen waren schweige ich. Du argumentierst – bedienst Dich der TeufelkreisLogik. Mache ich nicht mehr. Laß die Vergangenheit dort wo sie hin gehört. In der Vergangenheit.

        Wenn ich heute offen bin dann kann es sein das ich diskriminiert werde genausogut wie es auch nicht so sein kann.

        Ich kann keinen neuen Weg beschreiten wenn ich mich nach alten Wegweiser richte.

      • Diego62 schreibt:

        Ich gehe nicht von mir aus, mir war es schon immer scheiß egal wie andere über mich denken. Ich gehe meinen Weg und wenn es bedeutet dadurch meinen Freundeskreis einzuengen, dann ist das so, da habe ich keine Probleme mit. In meinem Leben habe ich schon einige, die meiner nicht würdig sind, gestrichen. Sei das sie politisch rechts abgedriftet sind, sei es weil sie elementare Verhaltensregeln nicht verstehen wollen. Alivenkickn wir haben uns auch mal gezofft, aber wenn ich merke, das ich falsch liege entschuldige ich mich auch und das fordere ich auch von anderen.
        Ich erfahre nur auch wie andere ihr positiv sein erleben und versuche mich da rein zu denken, wie es ist von der eigenen Familie, von Freunden oder neuen Partnern gemieden zu werden weil derjenige HIV+ ist. Davon gibt es leider viele. Wenige sind so abgeklärt, dass sie sagen können das war’s.
        Genauso hat es mich verletzt als ein Ex mir vor fast 20 Jahren, verschwiegen hat, das er positiv ist und lieber die Beziehung die Beziehung nach 2 Monaten beendet hat als darüber zu reden. Nur warum wollte er nicht darüber reden? Die Antwort hat er mir leider nie gegeben. Und jetzt könnte ich fast wieder genauso heulen, wie an dem Tag als er sich von mir getrennt hat. Heute, als selber positiver, versuche ich seinen Beweggrund nach zu vollziehen. Nur mir gelingt es nicht ganz, weil ich ganz anders denke.
        Ich hatte auch mal eine unterschwellige Angst vor AIDS/HIV bis ich Klaus kennen lernte. Klaus war einer der ersten die positiv auf HIV getestet wurde und darüber auch offen gesprochen hat, den ich kennen lernte. Es war zu erst etwas Überwindung ihn zu küssen, danach hatte ich aber kein Problem mehr damit auch mit anderen Positiven körperlichen Kontakt zu haben.

  3. postagebuch schreibt:

    Hat dies auf postagebuch rebloggt und kommentierte:
    Ein Urteil, das wieder für Diskussionen sorgt: Wie steht es um die Verantwortung von HIV-Positiven und deren Sexpartnern…

  4. postagebuch schreibt:

    Ein Urteil, das wieder für Diskussionen sorgt: Wie steht es um die Verantwortung von HIV-Positiven und deren Sexpartnern…? Muss sich ein HIV-Positiver vor dem Sex mit seinem HIV-Status offenbaren? Welche Verantwortung trägt der Sexpartner, wenn er ungeschützten Sex zulässt?

    • Diego62 schreibt:

      Wenn beide einvernehmlich auf das Kondom verzichten, so muss das Straffrei sein. Wenn der vermeintlich Negative auf ein Kondom als Schutz besteht und sein Partner es dann doch weg lässt ist das ganz anders zu bewerten. Nur als Negativer muss man immer damit rechnen das ein neuer Partner positiv sein kann, auch wenn nicht über HIV gesprochen wurde.
      Es wurde bereits sehr früh darüber diskutiert wie es aufgenommen werden kann wenn jemand auf ein Kondom besteht. Wenn man auf ein Kondom besteht kann das für den Partner verschiedenes aussagen. Wenn der andere nur mit Gummi will:
      a) dann ist der Positiv
      b) dann traut er mir nicht
      c) dann ist er vielleicht negativ
      Anders herum, wenn jemand auf ein Kondom verzichtet kann das aussagen, das er:
      a) positiv ist und glaubt dann kann mir eh nichts mehr passieren
      b) es ist ihm egal
      c) er vertraut seinem Partner blind das von ihm keine Gefahr ausgeht, was völliger Unsinn ist.
      Mann kann als negativer nicht die volle Verantwortung auf seinen Partner abwälzen, wenn man selber ohne Kondom ficken will. Zumal es auch als falsches Signal verstanden werden kann. Daher gilt als erste Safer Sex Regel sich selbst zu schützen.

  5. tanteschissi schreibt:

    Ich finde es unverantwortlich, wenn man seine HIV – Infizierung anderen (potentiellen) Sexpartnern verschweigt. Selbst wenn man ein Kondom benutzt, jeder weiß, dass dieses auch platzen kann. Und dann?
    Was ist daran so schlimm, abgewiesen zu werden? Warum muss man als Schwuler ständig wechselnde Sexpartner haben (Das scheint ja Gang und Gebe zu sein, ich selbst war lesbisch – jetzt bisexuell – und habe viele schwule Freunde in und außerhalb der Szene) ?
    Warum lernt man sich nicht erstmal ganz „normal“ kennen? Wenn man sich besser versteht, kann man seine HIV – Infektion immer noch offenbaren. Und wenn man „den Richtigen“ trifft, ist ihm das vielleicht auch egal und er akzeptiert es so. Immer dieses Sexgemache unter Schwulen. Ätzend! Auch ein Grund, warum ich die Szene mittlerweile komplett meide.

    • Diego62 schreibt:

      @tanteschissi
      ich schreibe nicht immer aus meiner Sicht, sondern versuche die Reellen Lebensansichten zu verstehen, und dazu gehört auch nach dem man einige male abgewiesen wurde weil man HIV hat darüber zu schweigen. Außerdem kann man, wenn ein Kondom mal platzen sollte, was sehr selten vorkommt immer noch darüber reden und evtl. zu einen PEP(1) raten.
      Ich weiß auch nicht was dich dazu veranlasst schwule Männer perse als polygam zu bezeichnen. Es sind doch eher wenige Schwule die ständig in der Gegend rum ficken. Die Mähr von den 1000 Sexpartnern im Jahr hängt wohl noch immer in so einigen Köpfen.

      • tanteschissi schreibt:

        Ich komm da sicher nicht einfach so drauf. Alles selbst und immer wieder im der Szene erlebt. Teilweise noch jetzt, allerdings durch Dritte, da ich ja nicht mehr in die Szene gehe. Allein schon was auf GR abgeht…und dann dieses Grindr…Alles Fickplattformen.Schneller Sex, überall und unkompliziert. Das betrifft nicht nur Schwule, dennoch erlebe ich es da ausgeprägter. Neben mir wurde schon teilweise rumgevögelt, einfach so. Das muss nicht sein. Weder bei Gays, noch bei Heteros. Und der Umgang mit HIV ist sicher nicht einfach, gerade in einer oberflächlichen Welt, wie dieser. Das ist einfach meine Meinung und da steh ich zu.

  6. jp.schmidt@gmx.de schreibt:

    Schwierige Angelegenheit. Es kommt eben nun mal darauf an was die oberste Maxime der Handlung der darstellt. Ist es einerseits der Nutzen, in diesem Fall der Nutzen für die Prävention oder eben die, einen rechtlichen oder ethischen Anspruch einzuhalten, ungeachtet der daraus folgenden Konsequenzen.
    Dem Zurückweisungsargument kann ich nicht folgen. Natürlich verstehe ich das es schwer ist mit diesen Konsequenzen zu leben. Diese aber als Rechtfertigung für ein egoistisches Verhalten heranzuziehen halte ich für falsch.
    Auch das Argument der Selbstverantwortlichkeit greift mir zu kurz natürlich kann man durch die Verwendung von Kondomen das Übertragungsrisiko verringen, ausschließen lässt es sich aber nicht.
    In dieser Kritik an der Rechtssprechung wird die Problematik meiner Meinung nach auch viel zu sehr vereinfacht da hier von einer Person ausgegangen wird die sich nicht geschützt hat. Was ist aber mit einer Person die sich versucht hat zu schützen, wo aber das Kondom versagt hat. Hieraus erwachsen weitere Probleme wie zum Beispiel die Frage ob der HIV positive spätestens jetzt seinen Status offen legen muss um seinen Sexualpartner die Möglichkeit zu geben eine Postexpositionsprophylaxe in Anspruch zu nehmen? Was geschieht wenn er das nicht tut und es zu einer Übertragung kommt?
    Man kann die Sache drehen und wenden wie man will, eine Person die mit dem HI-Virus infiziert ist birgt immer eine größere Gefahr als eine negative Person. Daran ändern Kondome und antiretrovirale Medikamente nichts. Auch wenn das Risiko noch so gering ist es ist eben niemals ausgeschlossen. Wenn das nun dazu führ das diese Personen von HIV negativen Personen zurückgewiesen werden dann ist das zu respektieren.
    Seinen Status zu verheimlichen kann nicht die Lösung sein.

    Ich fände es gut wenn es Schnelltests gäbe, die zum einen auf HIV Antikörper testen und zum anderen ähnlich eines Drogentests das Vorhandensein von antiretroviralen Medikamenten im Blut anzeigen.
    Dann hätten wir eine ausgeglichene Machtlage zwischen den Sexualpartnern. Der negative hat die Chance vor dem Sex zu verfahren ob sein Sexualpartner HIV positiv ist und kann seine Bereitschaft zum Sex von einem solchen Test abhängig machen. Der HIV positive hat ebenfalls die freie Wahl. Er kann dem Test zustimmen oder eben Ablehnen.Seine Privatsphäre bleibt geachtet. Das einzige was er nicht mehr kann, ist durch bewusstes Lügen mit jemanden der es ablehnt mit einem HIV positiven Sex zu vollziehen, Sex zu haben, was ich absolut richtig finde.

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