Ärzte Fortbildung zum Thema HIV

„Nach einer aktuellen Ärzte-Umfrage befürchtet jeder achte Arzt, sich in seinem Berufsalltag mit HIV anzustecken. Im Auftrag des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat das Online-Ärztenetzwerk „Hippokranet“ im Juli 2014 insgesamt 504 Ärztinnen und Ärzte befragt. Nur 30 Prozent der Befragten fühlen sich kompetent in der Beratung beim Thema HIV/AIDS und weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten. 60 Prozent wünschen sich eine fachspezifische Fortbildung zu diesen Themen.“

Zu lesen in einer Pressemitteilung der PKV1.

Die Pressemitteilung bezieht sich auf eine Umfrage bei Ärzten. Da Ergebnis ist hier2 nach zu lesen.

Demnach haben 14% der Ärzte angst sich im Beruf mit HIV zu infizieren. Nun ein gewisses Risiko besteht schon bei Stichverletzungen z.B. Nur wann besteht ein solches Risiko wirklich. Für ein Risiko muss von einem Patienten in den Körper des Arztes gelangen, wie es z.B. bei einer Nadelstichverletzung möglich ist. Für diesen Fall ist eine (man nimmt 4 Wochen Prophylaktisch eine HIV Therapie und kann so eine Infektion sehr Wahrscheinlich verhindern) auf jeden Fall angeraten. Nur für eine Tatsächliche Übertragung muss der Patient HIV-Positiv sein, und auch ansteckend. Nicht jeder HIV-Positive ist wie ich bereits einige mal geschrieben habe auch ansteckend.

Interessant ist aber, dass sich nur 30% der befragten Ärzte ausreichend über HIV informiert fühlen. 60% würden eine Fortbildung zu HIV begrüßen. Ich frage mich warum diese 60% sich nicht selbst um eine Fortbildung bemühen. Ist es die Angst vor Kosten, die eigene Trägheit die sie davon abhält oder sind Fortbildungen die auf Einladung der Pharmaindustrie erfolgen einfach netter? In einer der Themenwerkstätten der DAH gung es unter anderem auch um die Fortbildung im Medizinischen Bereich. Man musste mit diesem Projekt ja auf offene Türen in den Praxen stoßen. Wenn ur die hälfte dieser 60% das Angebot der DAH nutz dürften die erarbeiteten Angebote auf Jahre ausgebucht sein.

„Mehr als die Hälfte der befragten Ärzte (62 Prozent) gaben an, regelmäßig HIV-infizierte Patienten zu behandeln.“1

Sind die restlichen 38% der Ärzte über den HIV-Status ihrer Patienten nicht informiert oder interessiert es sie nicht? Wenn man bedenkt, das nur 30% der Ärzte meinen über HIV genügend informiert zu sein, aber über 60% HIV-Positive Patienten hat, frage ich mich mit welchem Wissensstandard wie Mehrheit der Ärzte arbeitet die HIV-Positive Patienten hat. Weiter fragt sich wie diese Ärzte ihre Patienten mit HIV behandeln. Bekomme ich als HIV-Positiver einen ganz normalen Termin bei diesen Ärzten oder nur kurz vor Feierabend? Werde ich als HIV-Positiver genauso behandelt wie jeder andere Patient oder spielt die Angst sich möglicherweise anstecken zu können bei meiner Behandlung eine Rolle wenn der Arzt über meinen HIV-Status informiert ist? Werden nötige Untersuchungen vermieden weil der Arzt ein mögliches Ansteckungsrisiko sieht? Ich erinnere mich an die Ergebnisse der Befragung durch „Positive Stimmen“. 18% der Befragten HIV-Positiven gaben an von einem Arzt zurückgewiesen worden zu sein weil sie HIV haben. Ein wesentlich größerer Teil der Patienten mit HIV wird auf die Randzeiten einer Praxis gelegt. Die Ergebnisse der Positiven Stimmen bestätigen diese Befragung der Ärzte. Die DAH hat ihre Arbeit gemacht und eine Fortbildung für Medizinisches Personalerarbeitet, nun sind die Ärzte an der reihe diese Angebot anzunehmen.

Quellen:
1) https://www.pkv.de/presse/pressemitteilungen/2014/0729-pkv-aerzteumfrage-hiv-aids/
2) https://www.pkv.de/w/files/pm-anlagen/1407_pkv-aerzte-umfrage-zu-hiv-aids-sti.pdf

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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