Erinnerungen

Am Samstag habe ich erfahren, dass ich heute, am Montag, frei habe. So bin ich am Sonntag als Überraschungsgast zum Geburtstag meines Bruders in meiner Heimat Stadt Hann. Münden gefahren. Statt wie sonst wenn ich in der Gegend bin bei meiner Schwester zu übernachten habe ich bei meinem Bruder im Haus geschlafen. Was auch bedeutet, dass ich früh mit ihm, seiner Freundin und meiner Nichte, sehr früh aufstehen musste. Ich hatte als viel Zeit meinen Weg nachhause an zugehen.

So habe ich mit die Zeit genommen zunächst über den alten Stadtfriedhof zu gehen wo die Gräber meiner Großväter und das Grab meiner Urgroßmutter sind. Der Friedhof wurde in den 1980ern aufgegeben und die Grabstätten gibt es seit dem offiziell nicht mehr. Dennoch habe ich die Stellen wieder gefunden. Das Bild zeigt die Grabstätte der Uroma, Früher stand hier ein riesiger Rhododendron, der den Grabstein komplett verdeckte. Eine Reihe tiefer war das Grab meine Großvaters Julius. Das Grab wurde von 30 Jahren entfernt, weil seine Zeit abgelaufen war. Heute gedeiht dort ein großer Rhododendron, der einst als Randbepflanzung diente. Insgesamt sieht man heute nur noch wenige Grabstätten. Was mich irgendwie emotional sehr mitgenommen hat.

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Anschließend bin ich in die Altstadt, die zu der frühen Morgenstunde noch wie ausgestoben wirkte. Erinnerungen aus der Kindheit, in der diese Stadt voll mit kleinen lebenden Geschäften war, kommen wieder hoch. Heute wurden viele Häuser von Spekulanten aufgekauft, die Läden stehen vielfach leer, die Häuser verkommen. Insgesamt bietet die einst als schönste Fachwerkstadt Deutschlands ausgezeichnete Stadt ein eher trauriges Bild. Nach dem die ersten Läden geöffnet gaben bin ich den den Schreibwarenladen der Firma Herzel. Das Geschäft sieht noch immer so aus wie zur Zeit meiner Kindheit in den 1960er Jahren. Noch immer steht die alte Frau Herzel an der Kasse, sie dürfte inzwischen weit über die 80 sein. Mein Weg führt mich weiter vorbei an meiner alten Schule furch den Forstbotanischen Garten, der 1868 als Teil der einst Forstlichen Fakultät der Stadt Münden gegründet wurde. Hier wachsen auch heute noch über 700 verschiedene Bäume und Sträucher. Am Letzen noch bestehende Kino der Stadt finde ich Werbung zum Welt Aids Tag. Ich bin etwas erstaunt. Wer macht sich in dieser Kleinstadt Gedanken um den Welt Aids Tag? Nach einem Kaffee fand ich die Lösung. Der Betreiber des Kinos hatte sein Auto davor stehen, auf der Heckklappe klebte eine Regenbogenfahne. Gibt es doch schwules Leben in der Stadt, die ich vor über 30 Jahren verlassen habe. www.schiller-lichtspiele.de

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Trotz der frühen Stunde komme ich mit einer älteren Dame ins Gespräch. Mein Button von #PositivHandeln erweckt ihr Interesse. Sie bedauert, da die Altersgruppe der heute 40 – 50 Jährigen in der Stadt fehlt. Der Grund dürfte der Situation in den 1980er Jahren geschuldet sein. Zu dieser Zeit gab es in der Region kaum Arbeit und so hat es viele in andere Regionen oder gar andere Länder gezogen. Soviel zum Thema Wirtschaftsflüchtlinge.
Am Feurteich steht Denkmal den Bildhauers Prof. Eberlein „Got auch Adam den Odem ein“. Ich sehe in diesem Bildhauerwerk eher einen Homoerotischen Kuss zwischen einem ältern Mann und eine jungen Mann.

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Ganz gemütlich mache ich mich auf den Heimweg. Ich verlasse die Autobahn und besuche die Stadt Melsungen. Vor 35 Jahren war ich mal in dieser Stadt. Die sich zu einem wahren Schmuckstück entwickelt hat. Eine sehr schöne Fachwerkstadt war es schon immer. Ein wieder hergestelltes Kopfsteinpflaster gibt der Stadt seinen Charme wieder. Eine von Geschäften belebte Stadt in der kaum die üblichen Kandidaten zu finden sind. Eine wunder schöne Stadt an der Fulda, die später auch in meiner Heimatstadt endet und zusammen mit der Werra die Weser bildet.

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Mein Weg führt mich weiter südlich auf die Autobahn, meinem nächsten Zwischenstopp entgegen. Das Rosendorf Steinfurt bei Bad Nauheim habe ich eingeplant um dort ein paar neue Rosen für unseren Garten zu kaufen. Steinfurt ist ein Rosendorf. Hier sind einige Rosenschulen zu finden. Eine große Auswahl an Rosen, ob Englische-, Edel-, Beet-, Kletter-, Bodendecker- oder Duftrosen in riesiger Auswahl zu finden. Dazu Fachberatung direkt vom Erzeuger. Hier sind Erzeuger zu finden, weniger Züchter. Der Unterschied zwischen Erzeuger und Züchter ist, der Züchter bildet durch Kreuzung verschiedener Sorten eine neue Rosensorte mit neuen Eigenschaften. Der Erzeuger veredelt Wildstöcke mit Edelsorten um diese zu vermarkten. Dafür zahlt er dem Züchter eine Lizenzgebühr. Ich habe zwei neue Rosen für meinen Garten gefunden, für die ich noch einen geeigneten Platz suchen muss. Dazu einen für mich neuartigen Dünger. Dieser Dünger wird aus Getreide hergestellt und düngt, was für mich wiederum alt ist, die Rose über das Blatt. Neu ist, dass dieser Dünger durch seinen Stärke Anteil das Blatt vor Krankheiten wie Mehltau oder auch Blattläusen auf natürlich weise schützen kann.

https://de.wikipedia.org/wiki/Steinfurth_%28Bad_Nauheim%29

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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