1. DEZEMBER 2015 – Welt Aids Tag

Ulli.
War ein Mann den ich geliebt habe, mit dem ich eine Zeit eine Beziehung hatte. Einige Jahre nach dem wir uns getrennt hatten starb er an den Folgen von Aids.
Heute ist Welt Aids Tag, ein Tag um an Menschen zu denken die an Aids verstorbenen sind. Liebe Freunde die nicht mehr sind.

Michael.
Ein guter Freund, der anfang der 1990er von uns ging. Wir hatten viel Spaß miteinander beim Planen einer jährlichen Party in Hannover.

Carsten.
Mit Michael haben wir gemeinsam mit einigen anderen zusammen gearbeitet.

Klaus.
Lernte ich mitte der 1980er kennen. Er hatte damals gerade erfahren das er positiv ist. Auch wenn es zunächst Überwindung gekostet hat, über die Übertragungswege wurde noch stark diskutiert,  habe ich ihn bewusst vor anderen geküsst.

Napoleon.
Er hat öffentlich sehr offen mit Aids gelebt, trat im Fernsehen auf. Ich habe ihn bei einem Besuch in Berlin kennenlernen dürfen. Er lud mich ein einige Tage bei ihm zu wohnen, mit ihm durch die Kneipen und Bars zu ziehen und so den Menschen Napoleon Seifarth etwas kennen zu lernen.

Patrick.
Ein Mann den ich sehr geliebt habe, von dem ich erfahren habe dass er positiv ist nachdem er unsere Beziehung beendet hat. Wir sind kein Risiko eingegangen, weil immer ein Kondom dabei war.
Nur einige Menschen an die ich mich hier erinnern will. Es gibt noch viele andere an deren Namen ich mich nicht mehr erinnere. Es gab noch einige mehr, mit denen ich gelegentlich zusammen saß um etwas zu besprechen oder die uns geholfen haben wenn es um Vereinsangelegenheiten ging.
Heute ist ein Tag sich an diese Personen zu erinnern. Sie in meinen Gedanken wieder aufleben zu lassen. Es ist beinichten so, das ich udas Jahr nicht an diese Menschen denken würde,  ganz im Gegenteil. Dafür habe ich zuviel schöne Stunden mit ihnen verbracht.

Der Welt Aids Tag dient aber nicht nur der Erinnerung und Andacht. Er soll den Bürgern aller Länder HIV bzw Aids wieder ins Gedächtnis rufen. Auch wenn die Krankheit ihren Schrecken hierzulande verloren hat sterben in Deutschland auch heute noch zu viele Menschen an den Folgen einer nicht oder zuspät erkannen HIV Infektion. Viele lassen sich nicht testen weil sie verdrängen, andere aus Angst vor den Folgen. Folgen wie Diskriminierung und Ausgrenzung. Aber auch aus Furcht vor rechtlichen Konsequenzen.  Nur wer über seine Infektionen weiß kann sich bei einer Weitergabe strafbar machen.
Diese Arten der Stigmatisierung sollen durch den WAT bewußt gemacht werden.
Die Tage ist die Aktion „Wir machen’s ohne“ gestartet. Es soll bewusst machen, das Menschen mit HIV heute nicht mehr ansteckend sein müssen, wenn bestimmte Anforderungen erfüllt sind. Dazu gehört eine erfolgreiche medikamentöse Behandlung, eine Virenlast unter der Nachweisgrenze über mindestens 6 Monate und es dürfen keine anderen sexuell übertragberen Krankheiten vorliegen. Auch die in Deuschland noch immer nicht zugelassene PREP ist eine Möglichkeit zum Schutz vor HIV. Wir machen es nicht ohne Safer Sex, wir nutzen nur andere Möglichkeiten. Auch wenn es einige vielleicht anders sehen.
Nein andere sexuell Übertragbare Krankheiten werden so nicht verhindert. Aber auch Kondome bieten da nur geringen Schutz. Jeder der nicht rein monogam lebt sollte sich über dieses Risiko bewußt sein und sich regelmäßig auf solche Erkrankungen testen und gegebenenfalls behandeln lassen. Safer Sex wurde erdacht um vor einer HIV Infektion zu schützen,  das auch die Infektionsrate anderer Geschlechtskrankheiten zurück geht war ein angenehmer Nebeneffekt. Die Ansteckungen gingen aber eben nur zurück, nicht so stark wie bei HIV weil Tripper, Syphilis und Co anders als HIV auch über Schmierinfektionen übertragen werden. Bloßer intimer Körperkontakt reicht dabei schon aus.

Der WAT ist ein Tag des Erinnerns, des Bewustmachens und des Kampfes gegen das Verdrängen und Ausgrenzen. Der WAT ist still und laut.
Laut wenn es darum geht
– Recht einzufordern,
– Diskriminierung und Ausgrenzung zu beenden
– neue Wege zu beschreiten
– andere Wege zu öffnen.
Leise im Gedenken und der Trauer.

Leise im Gedenken und der Trauer.

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Über Diego62

Ich bin HIV-positiv, male Bilder und arbeite im Einzelhandel. Mein Wohnort ist ein Dorf in Südhessen.
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